Frau füttert Vögel und wird von Hunde-Halterinnen angegriffen: Bewährungsstrafe!

Hamburg - Wegen eines Angriffs auf eine Spaziergängerin aus Angst vor Giftködern hat das Amtsgericht Hamburg eine 33-jährige Hundehalterin zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Die beiden Angeklagten, Mutter (63, l) und Tochter (33, r), sitzen zum Auftakt eines Prozesses in einem Saal des Amtsgerichts Hamburg.
Die beiden Angeklagten, Mutter (63, l) und Tochter (33, r), sitzen zum Auftakt eines Prozesses in einem Saal des Amtsgerichts Hamburg.  © Bernhard Sprengel/dpa

Das Schöffengericht sprach die Architekturstudentin am Freitag der vorsätzlichen Körperverletzung und Nötigung schuldig.

Der Streit zwischen den Frauen am frühen Morgen des 20. Februar 2020 sei wohl ein großes Missverständnis gewesen, stellte die Richterin fest.

Beim Gassigehen mit ihren Hunden an der Außenalster waren die Angeklagte und ihre 63 Jahre alte Mutter auf die 65-jährige Spaziergängerin getroffen. Weil die 65-Jährige in einer Plastiktüte Essen dabei hatte, nahmen die Hundehalterinnen an, sie wolle nicht nur die Wasservögel füttern, sondern auch ihre vierbeinigen Lieblinge vergiften.

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Den Ablauf des ersten Streits zwischen der älteren Angeklagten und dem Opfer konnte das Gericht nicht genau klären. Es stellte darum das Strafverfahren gegen die Mutter ein.

Nach Überzeugung des Gerichts trat und schubste deren Tochter die Spaziergängerin jedoch so heftig, dass die 65-Jährige eine schmerzhafte Beckenprellung und andere Verletzungen erlitt.

Außerdem nahm die Angeklagte der Frau die Handtasche weg und behielt einen Ausweis - angeblich um die vermeintliche Hundevergifterin bei der Polizei anzuzeigen. Dies wertete das Gericht als Nötigung. Die einschlägig vorbestrafte Angeklagte nahm das Urteil an.

Aktualisiert, 11. März, 14.46 Uhr

Titelfoto: Bernhard Sprengel/dpa

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