Ihr Opfer musste nackt Holz hacken: Lange Haft für Garten-Folterer gefordert!

Rostock – Im Prozess um die brutale Folter in einer Gartenanlage bei Güstrow im Landkreis Rostock (TAG24 berichtete) hat die Staatsanwaltschaft lange Haftstrafen für die beiden Täter gefordert.

Einer der beiden Angeklagten (l) unterhält sich mit seinem Verteidiger Edgar Breitsprecher im Saal des Landgerichts.
Einer der beiden Angeklagten (l) unterhält sich mit seinem Verteidiger Edgar Breitsprecher im Saal des Landgerichts.  © dpa/dpa-Zentralbild/Bernd Wüstneck

Für den 35 Jahre alten Hauptangeklagten plädierte sie am Montag im Landgericht Rostock auf eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten, der zweite, 63 Jahre alte Angeklagte, soll für fünf Jahre und sechs Monate hinter Gitter.

Nach Auffassung der Anklagebehörde haben sich die Tatvorwürfe in allen Punkten bestätigt.

Danach haben die mutmaßlichen Täter ihr 39-jähriges Opfer im März in einer Gartenanlage in Lalendorf bei Güstrow über zwei Stunden lang mit Fäusten und einem Axtstiel geschlagen.

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Der Mann musste sich ausziehen und nackt Holz hacken, gefilmt von einem der mutmaßlichen Täter.

Durch die Schläge erlitt er schwere Verletzungen, darunter ein Schädelhirntrauma und Gesichtsfrakturen und lag mehrere Tage auf der Intensivstation.

Während des Martyriums erlitt das Opfer Todesängste: "Ich hatte Angst, dass ich nicht überleben werde" äußerte der 39-Jährige zu Prozessbeginn (TAG24 berichtete).

"Hatte Angst, dass ich nicht überlebe"

Die beiden Angeklagten und ihre Verteidiger zu Beginn des Prozesses in Rostock.
Die beiden Angeklagten und ihre Verteidiger zu Beginn des Prozesses in Rostock.  © dpa/dpa-Zentralbild/Bernd Wüstneck

Die 35 und 63 Jahre alten Angeklagten hatten die Taten teilweise eingeräumt, sich jedoch gegenseitig belastet.

Andere Vorwürfe hatte der Jüngere zurückgewiesen. So habe er dem Mann entgegen der Anklage nicht gedroht, ihm mit einer Kettensäge die Beine abzusägen und ihn auch nicht beraubt.

Der 63-Jährige hatte einen Schlag gegen den Mann eingeräumt.

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Die Verteidiger wiesen in ihren Plädoyers den Vorwurf einer Geiselnahme zurück. Für den Jüngeren plädierte dessen Anwalt auf eine Haftstrafe zwischen drei und vier Jahren.

Der Anwalt des Älteren sah in der Tat nur eine gefährliche Körperverletzung und beantragte eine einjährige Bewährungsstrafe.

Titelfoto: dpa/dpa-Zentralbild/Bernd Wüstneck

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