Spaten-Attacke vor Synagoge: Prozess gegen 29-Jährigen beginnt

Hamburg – Gut vier Monate nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten vor der Hamburger Synagoge beginnt am Freitag (9 Uhr) der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.

Passanten haben Blumen und Kerzen am Tatort vor dem Eingangsbereich der Synagoge abgelegt.
Passanten haben Blumen und Kerzen am Tatort vor dem Eingangsbereich der Synagoge abgelegt.  © Jonas Walzberg/dpa

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 29-jährigen Beschuldigten einen heimtückischen Mordversuch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor.

Laut einem psychiatrischen Gutachten ist der Deutsche mit kasachischen Wurzeln schuldunfähig. Darum soll das Landgericht über die Frage verhandeln, ob er auf Dauer in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss.

Der Beschuldigte soll das Opfer am 4. Oktober mit einem Kurzspaten seitlich von hinten an den Kopf geschlagen haben.

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Der 26-jährige Student, der eine Kippa trug und zum Laubhüttenfest die Synagoge besuchen wollte, sei dabei potenziell lebensgefährlich verletzt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Mehrere Polizeibeamte und Zivilisten stehen nach dem Angriff vor der Synagoge.
Mehrere Polizeibeamte und Zivilisten stehen nach dem Angriff vor der Synagoge.  © Jonas Walzberg/dpa

Das sogenannte Sicherungsverfahren findet nach Angaben eines Gerichtssprechers in der Regel nicht öffentlich statt. Es wird erwartet, dass die Zuschauer zu Beginn ausgeschlossen werden.

Update, 11. 55 Uhr: Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Prozess um den Angriff auf den jüdischen Studenten vor der Hamburger Synagoge findet, wie erwartet, unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das entschied die Strafkammer des Landgerichts am Freitag auf Antrag des Verteidigers.

Titelfoto: Jonas Walzberg/dpa

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