Beihilfe zum 5230-fachen Mord: Das fordern die Nebenkläger vom Angeklagten

Hamburg - Im Hamburger Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann im KZ Stutthof haben mehrere Nebenklage-Vertreter den Angeklagten zu einem Schuldeingeständnis aufgerufen.

Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses zwischen einem Arzt (links) und seinem Anwalt.
Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses zwischen einem Arzt (links) und seinem Anwalt.  © Markus Scholz/dpa/Pool/dpa

Der 93-jährige Bruno D. habe zugegeben, von August 1944 bis April 1945 als SS-Mann Wachdienst in dem Lager bei Danzig geleistet zu haben, sagte Rechtsanwalt Markus Horstmann am Dienstag. 

Der Angeklagte sei kein glühender Nazi gewesen, habe aber mitgemacht. "Er könnte heute sagen: Es war falsch, was ich damals gemacht habe." 

Dazu habe er in seinem letzten Wort noch die Chance. "Es wäre ein großer Schritt", sagte Horstmann. 

Die Staatsanwaltschaft hat bereits beantragt, den Angeklagten wegen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen zu einer Jugendstrafe von drei Jahren zu verurteilen.

Rechtsanwältin Christine Siegrot zollte dem Angeklagten Respekt dafür, dass er sich dem Verfahren gestellt und vor Gericht gesprochen habe. 

Angesichts der Zweifel von Gutachtern an seiner Verhandlungsfähigkeit und der Corona-Pandemie wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, sich dem Prozess zu entziehen. 

"Es ist erwähnenswert, dass Sie nicht auf dieses Trittbrett der Verhandlungsunfähigkeit gesprungen sind", sagte Siegrot.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa/Pool/dpa

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