Terroranschlag in Hamburg geplant: 21-Jähriger schweigt vor Gericht

Hamburg - Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht hat am Donnerstag der Prozess um einen mutmaßlich geplanten Terroranschlag im Raum Hamburg begonnen.

Der 21-jährige Angeklagte (vorne) sitzt im Oberlandesgericht. Ihm wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.
Der 21-jährige Angeklagte (vorne) sitzt im Oberlandesgericht. Ihm wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.  © Daniel Bockwoldt/dpa-Pool/dpa

Der Vertreter der Bundesanwaltschaft warf dem 21 Jahre alten Angeklagten vor, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Außerdem soll er gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Waffengesetz verstoßen haben.

Der Deutsch-Marokkaner habe sich im Sinne der islamistischen Ideologie von Al-Kaida radikalisiert. Der Anschlag sollte in der Zeit um den 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 verübt werden.

Der Angeklagte wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Sein Verteidiger stellte einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit. Dies lehnte das Gericht ab.

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Zwar könne die Öffentlichkeit bei Angeklagten, die zur Tatzeit Heranwachsende waren, im Interesse der Erziehung ausgeschlossen werden. Der Angeklagte habe aber schon vor dem Zeitpunkt der vorgeworfenen Tat selbstständig gelebt.

Angesichts der Schwere der Vorwürfe habe das Informationsinteresse der Öffentlichkeit Vorrang, erklärte die Vorsitzende des Staatsschutzsenats, Petra Wende-Spors.

Angeklagter geriet im Darknet an einen verdeckten Ermittler

Laut Anklage wollte der 21-Jährige einen Sprengsatz nach dem Vorbild des Anschlags auf den Boston-Marathon vom 15. April 2013 bauen. Dafür habe er größere Mengen an Chemikalien sowie mehrere Hundert Schrauben und Muttern gekauft.

Zudem soll der Angeklagte versucht haben, im Darknet eine Makarow-Pistole mit 50 Schuss Munition und eine Handgranate zu kaufen. Dabei geriet er an einen verdeckt agierenden Polizeibeamten.

Bei der vereinbarten Übergabe der Waffen am 26. August 2021 in Hamburg wurde der junge Mann festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Im Dezember informierten die Hamburger Polizei und Generalstaatsanwaltschaft die Öffentlichkeit über die Ermittlungen.

Aktualisiert: 11.33 Uhr

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa-Pool/dpa

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