Tochter gestalkt, auf Mutter geschossen: 53-Jähriger wandert wegen Mordversuch in den Bau

Hamburg - Das Urteil ist gefallen! Im Prozess um beinahe tödliche Schüsse auf eine 53-Jährige in Hamburg-Wilhelmsburg hat das Landgericht Hamburg den Angeklagten zu einer Haftstrafe von elfeinhalb Jahren verurteilt.

Polizisten stehen vor einem Haus, in dem eine Frau angeschossen und schwer verletzt worden war. (Archivfoto)
Polizisten stehen vor einem Haus, in dem eine Frau angeschossen und schwer verletzt worden war. (Archivfoto)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der 24-Jährige habe sich des Mordversuchs in zwei Fällen, gefährlicher Körperverletzung und weiterer Straftaten schuldig gemacht, erklärte am Donnerstag die Vorsitzende der Strafkammer, Birgit Woitas.

Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Gerichts am 11. März 2021 auf die Frau und ihren damals 13 Jahre alten Sohn geschossen - vor dem Haus der Familie.

Motiv für die Tat war die Verärgerung des Mannes über die Tochter der 53-Jährigen. Die Abiturientin habe seine Annäherungsversuche zurückgewiesen. Er habe das nicht akzeptiert und sie über ein Jahr lang gestalkt, sagte die Richterin.

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Anfang 2021 schickte der Angeklagte einer unbeteiligten Frau über Instagram Drohungen und Penisfotos, weil er sie irrtümlich für die Tochter hielt.

Da er annahm, er werde von der Mutter im Stadtteil als Vergewaltiger verleumdet, geriet er in Wut. Am Tattag überraschte er die Frau und ihren Sohn vor der Haustür, schrie sie an und schoss unvermittelt auf die beiden.

53-Jährige wird am Kopf getroffen und schwebte in Lebensgefahr

Der unverletzte Sohn zog die Mutter ins Haus und schloss die Tür. Die 53-Jährige war schwer am Kopf verletzt und schwebte in potenzieller Lebensgefahr, wie die Richterin sagte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Die Nebenklagevertreterin hatte zudem beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

Die Verteidigung hatte sich für eine Strafe von maximal fünf Jahren Haft ausgesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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