Ungewöhnlicher Gerichtstermin im Watt: Richter lässt Angeklagten Achten fahren

Neuwerk - Bei einem Ortstermin auf der Nordseeinsel Neuwerk will das Amtsgericht Hamburg am Donnerstag (12 Uhr) den Hergang eines Wattkutschenunfalls mit drei Verletzten im Jahr 2019 klären.

Bei solch einer Kuttschfahrt im Watt verletzten sich im Februar 2019 drei Fahrgäste, deshalb gibt's nun ein Gerichtsverfahren. (Symbolbild)
Bei solch einer Kuttschfahrt im Watt verletzten sich im Februar 2019 drei Fahrgäste, deshalb gibt's nun ein Gerichtsverfahren. (Symbolbild)  © Sina Schuldt/dpa

Der Kutscher ist wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Er soll im Februar 2019 die Rückfahrt von Neuwerk nach Cuxhaven versucht haben, obwohl die Deichsel der Kutsche kaputt war.

Schon nach wenigen Metern verlor er die Kontrolle über das Gespann. Die Kutsche kippte um, drei Fahrgäste wurden verletzt. Das Gericht will klären, ob dabei Fahrlässigkeit vorlag.

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Die Insel Neuwerk liegt zwar vor der niedersächsischen Küste, gehört aber zum Bundesland Hamburg.

Eine Wattkutsche mit Deichsel und eine Kutsche ohne Deichsel sind auf Neuwerk aufgebaut.
Eine Wattkutsche mit Deichsel und eine Kutsche ohne Deichsel sind auf Neuwerk aufgebaut.  © Friedemann Kohler/dpa

Update, 13.15 Uhr: Amtsrichter auf Neuwerk eingetroffen

Der Hamburger Amtsrichter Johann Krieten trifft mit der Fähre zu dem Ortstermin ein.
Der Hamburger Amtsrichter Johann Krieten trifft mit der Fähre zu dem Ortstermin ein.  © Friedemann Kohler/dpa

Bei dem Ortstermin auf der Nordseeinsel Neuwerk hat das Amtsgericht Hamburg am Donnerstag den Hergang des Wattkutschenunfalls zu klären versucht.

Amtsrichter Johann Krieten ließ sich auf einem Hof eine Kutsche mit Deichsel und den Unfallwagen ohne Deichsel vorführen. Er ließ auch den Angeklagten mit seinem Wattwagen ohne Deichsel Schleifen und Achten fahren, um die Steuerungsfähigkeit der Kutsche zu überprüfen.

Als Zeuge wurde ein anderer Wattwagenkutscher zum Umgang mit unruhigen Pferden befragt. Bei dem Unfall waren die Zugtiere unruhig gewesen. Eine Zeugin, die sie anfangs geführt hatte, war zur Seite geschleudert worden.

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Die Tierschutzorganisation PETA forderte, die bei Touristen beliebten Kutschfahrten zwischen Cuxhaven und Neuwerk zu verbieten. Es komme immer wieder zu schweren Unfällen.

Für den Termin fuhr der Amtsrichter mit dem Schiff auf die Insel. Vor Ort waren auch eine Staatsanwältin, Protokollführer, ein Sachverständiger, der Angeklagte und zwei Rechtsanwälte.

Titelfoto: Friedemann Kohler/dpa

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