Versuchter Totschlag: Urteil zu Angriff vor Hamburger Synagoge steht fest

Von Bernhard Sprengel

Hamburg - Das Urteil zu dem Angriff auf einen jüdischen Studenten vor einer Hamburger Synagoge ist rechtskräftig.

Der inzwischen 30 Jahre alte Beschuldigte sitzt im Gerichtssaal des Strafjustizgebäudes.
Der inzwischen 30 Jahre alte Beschuldigte sitzt im Gerichtssaal des Strafjustizgebäudes.  © Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

Der Bundesgerichtshof wies die Revision des 30 Jahre alten Beschuldigten als unbegründet zurück, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Die Überprüfung des Urteils habe keinen Rechtsfehler zu seinem Nachteil ergeben.

Das Landgericht Hamburg hatte am vergangenen 26. Februar die dauerhafte Unterbringung des in Kasachstan geborenen Deutschen in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Die Kammer wertete den Angriff auf den Studenten als versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Beschuldigte den Studenten am 4. Oktober vergangenen Jahres mit einem Kurzspaten angegriffen und ihn potenziell lebensgefährlich am Kopf verletzt. Der 26-Jährige hatte eine Feier zum jüdischen Laubhüttenfest in der Synagoge besuchen wollen.

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Der Beschuldigte habe die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen, hatte das Landgericht festgestellt. Er leide an einem religiösen Wahn und sei psychisch krank. Es gebe keinen Hinweis auf einen politischen Hintergrund.

Polizisten stehen am Tag nach der Attacke vor der Hamburger Synagoge.
Polizisten stehen am Tag nach der Attacke vor der Hamburger Synagoge.  © Jonas Walzberg/dpa

Der Bundesgerichtshof bestätigte: "Der Beschuldigte war infolge eines akuten Schubs einer bei ihm bestehenden psychischen Erkrankung nicht in der Lage, das Unrecht seines Handelns einzusehen."

Titelfoto: Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

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