Urteil gefallen! Mann hortete tonnenweise Kriegswaffen im Haus

Flensburg - Im Prozess gegen einen Mann, der über Jahre verbotenerweise tonnenweise Waffen, Munition und Sprengstoff besessen und auch verkauft haben soll, werden am Donnerstag voraussichtlich die Plädoyers gehalten und das Urteil gesprochen.

Der Angeklagte steht im Gerichtssaal.
Der Angeklagte steht im Gerichtssaal.  © Frank Molter/dpa Pool/dpa

Der Mann ist unter anderem wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz angeklagt.

Die Taten hatte der 41 Jahre alte Angeklagte aus einem kleinen Dorf in Nordfriesland am ersten Verhandlungstag am Landgericht Flensburg eingeräumt.

Laut Anklage soll der Mann von 2009 bis 2015 und erneut im Februar 2020 eine Vielzahl von Kriegswaffen und anderen Waffen sowie Sprengstoff erworben, besessen und verkauft haben (TAG24 berichtete).

Darunter waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff, diverse Granaten, Maschinengewehre und -pistolen, Revolver, Repetiergewehre sowie Tausende Schuss Munition.

Ermittler von Staatsanwaltschaft und Polizei präsentieren eine Auswahl aus dem Waffenlager des Mannes.
Ermittler von Staatsanwaltschaft und Polizei präsentieren eine Auswahl aus dem Waffenlager des Mannes.  © picture alliance / dpa

Eine Erlaubnis, all diese Dinge zu besitzen, hatte der Mann demnach nicht.

Update, 11.06 Uhr: Plädoyers gehalten

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag am Landgericht Flensburg eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten für den Angeklagten gefordert.

Sie ging in ihrem Plädoyer nicht davon aus, dass der Mann gewerblich mit den Waffen gehandelt hat. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Zudem solle sein Mandant psychotherapeutisch behandelt werden.

Sein Urteil will das Landgericht am späten Vormittag verkünden.

Update, 13.38 Uhr: Mehrjährige Haftstrafe

Der 41-Jährige wurde am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Gericht empfahl dem Angeklagten am Donnerstag zudem dringend eine Psychotherapie.

Es sah es als erwiesen an, dass der 41-Jährige 2015 und 2020 unter anderem Waffen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen, besessen hat. Eine Erlaubnis dafür hatte er nicht. Einen gewerblichen Handel mit den Waffen sah das Gericht nicht.

Es sei dem Angeklagten im Wesentlichen nicht ums Geschäft, sondern um das Sammeln gegangen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Er kündigte nach der Urteilsverkündung an, Revision einlegen zu wollen.

Titelfoto: Frank Molter/dpa Pool/dpa

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