Viermal Freispruch! Prozess um Vergewaltigung mit K.-o.-Tropfen beendet

Hamburg - Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer Frau mithilfe von K.-o.-Tropfen hat das Landgericht Hamburg das Urteil gefällt. Die angeklagten vier Männer wurden freigesprochen. 

Die Frau warf den Angeklagten vor, sie mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt zu haben. (Symbolbild)
Die Frau warf den Angeklagten vor, sie mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt zu haben. (Symbolbild)  © Nicolas Armer/dpa

Zwei der Afghanen im Alter von 26 und 22 Jahren hätten einen Geschlechtsverkehr mit der Nebenklägerin zugegeben, sagte ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung am Donnerstag. 

Man habe aber nicht nachweisen können, dass dies gegen den erkennbaren Willen der Frau geschehen sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben beziehungsweise sechs Jahre und zehn Monate Haft gefordert. 

Die beiden anderen Angeklagten sollten wegen unterlassener Hilfeleistung zu Geldstrafen verurteilt werden. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Die Nebenklägerin, eine Auszubildende zur medizinischen Fachangestellten, und eine Freundin hatten sich nach den Worten der Vorsitzenden Richterin am 7. November 2018 einen "Mädelsabend" machen wollen. 

In einer Shisha-Bar in Wandsbek trafen sie den 26- und den 22-Jährigen. Die Nebenklägerin kannte die Männer bereits, hatte mit einem von ihnen bereits ein Verhältnis gehabt, wie der Gerichtssprecher sagte.

Auszubildende erstattete erst Wochen später Anzeige

Die vier jungen Leute tranken zusammen Alkohol und gingen anschließend in einen Club. Am folgenden Tag wachte die Nebenklägerin in der Wohnung des 26-Jährigen auf. Ihre Freundin war noch in der Nacht mit dem Bus nach Hause gefahren.

Erst sechs Wochen später, nach einem Streit mit einem der Angeklagten, erstattete die Auszubildende Anzeige. Das Gericht schloss nicht aus, dass der Sex mit den beiden Männern einvernehmlich war.

Für das Verabreichen von K.-o.-Tropfen sah die Strafkammer nach gut fünfmonatigem Prozess keinen Beweis.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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