Wattwagen-Fahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht

Hamburg - In Hamburg steht von Dienstag an ein Wattwagen-Fahrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung vor Gericht.

Pferdekutschen fahren zwischen Neuwerk und Cuxhaven durch das Watt. (Symbolbild)
Pferdekutschen fahren zwischen Neuwerk und Cuxhaven durch das Watt. (Symbolbild)  © Sina Schuldt/dpa

Wie die Staatsanwaltschaft Hamburg am Freitag mitteilte, geht es dabei um einen Vorfall, der sich im Februar 2019 ereignet hatte.

Der Mann soll auf der Nordseeinsel Neuwerk mit drei Fahrgästen und zwei Pferden den Weg in Richtung Cuxhaven angetreten haben, obwohl zuvor eine Deichsel am Wagen gebrochen sei.

Nach nur 200 Metern Fahrstrecke ereignete sich dann das Unglück: Der 27-jährige Fahrer verlor die Kontrolle über das Gespann, das daraufhin umstürzte.

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Ein Fahrgast erlitt bei dem Unfall Prellungen und verlor vorübergehend das Bewusstsein. Ein anderer erlitt Platzwunden und eine Fraktur des Nasenbeins. Ein dritter trug diverse Prellungen davon.

Der Fahrer muss sich nun vor dem Amtsgericht Hamburg verantworten.

Die Insel Neuwerk vor Cuxhaven ist mit ihren rund 30 Bewohnern der kleinste Stadtteil Hamburgs und gehört zum Bezirk Mitte.

Kutsch-Fahrten im Watt stehen in der Kritik

Reste einer Pferdekutsche liegen nach einem Unfall auf dem Wattboden. (Archivbild)
Reste einer Pferdekutsche liegen nach einem Unfall auf dem Wattboden. (Archivbild)  © privat/DPA

Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Pferdewagen im Watt.

Erst vor wenigen Monaten hatte sich vor Cuxhaven ein ganz ähnlicher Vorfall ereignet.

Laut Polizei war dabei eine Urlaubergruppe mit sechs Reitern und einer mit drei Personen besetzten Kutsche verunfallt.

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Nachdem einer der Reiter auf dem Weg zur Insel Neuwerk gestürzt war, scheuten auch andere Pferde, mehrere stürzten, das Kutsch-Gespann fiel um. Drei Menschen wurden verletzt, ein Pferd ertrank im Priel.

Die Tierrechtsorganisation Peta kämpft schon lange dafür, dass Kutschfahrten durchs Wattenmeer verboten werden.

Laut Peta seien die Unfälle mit Kutschen häufig so folgenreich, weil keine Sicherheitsvorrichtungen wie Gurte oder Airbags vorhanden seien. Auch Beleuchtung und Bremssysteme reichten oft nicht aus.

Bewohner und Wattwagen-Fahrer der Insel Neuwerk hatten dagegen noch vor wenigen Wochen für den Erhalt des Weges über das Watt demonstriert.

Sie forderten eine bauliche Maßnahme, um eine sichere Fahrt gewährleisten zu können.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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