Zielfahnder stirbt nach Festnahmeaktion: Angeklagter muss in Haft!

Hamburg - Im Prozess um den Tod eines Zielfahnders bei einer Festnahmeaktion will das Landgericht Hamburg am Mittwoch (10 Uhr) sein Urteil sprechen.

Der per Haftbefehl gesuchte Mann rammte mit seinem silbernen VW den Einsatzwagen der Zivilfahnder.
Der per Haftbefehl gesuchte Mann rammte mit seinem silbernen VW den Einsatzwagen der Zivilfahnder.  © Blaulicht-News.de

Dem Angeklagten werden Körperverletzung mit Todesfolge, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und weitere Straftaten vorgeworfen.

Am 25. Februar vergangenen Jahres hatten Polizeibeamte den damals mit drei Haftbefehlen gesuchten 30-Jährigen in Hamburg-Lurup festnehmen wollen.

Als ein Zielfahnder aus Itzehoe in den Wagen des Mannes sprang, gab der Gesuchte Gas und wendete.

Dabei stieß er frontal mit einem zivilen Polizeiwagen zusammen, den ein Beamter des Hamburger Landeskriminalamts fuhr. Der 57-Jährige erlitt schwere Verletzungen und starb acht Tage später im Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft hat für den Angeklagten eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten gefordert.

Die Verteidigung beantragte, ihren Mandanten nur wegen Fahrens ohne Führerschein in zwei Fällen zu einer maßvollen Freiheitsstrafe zu verurteilen.

Update, 13.09: Urteil gefallen

Der Angeklagte (vorne Mitte) wurde zu mehreren Jahren Haft verurteilt.
Der Angeklagte (vorne Mitte) wurde zu mehreren Jahren Haft verurteilt.  © Marcus Brandt/dpa-Pool/dpa

Das Landgericht hat den Angeklagten zu sechs Jahren Haft verurteilt. Durch sein hochriskantes Fluchtverhalten treffe den 30-Jährigen eine Mitschuld an dem Frontalzusammenstoß mit dem Wagen des Hamburger Beamten, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Bülter am Mittwoch.

Der 57-Jährige hatte dabei so schwere Verletzungen erlitten, dass er acht Tage später im Krankenhaus starb. Die Strafkammer sprach den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Sachbeschädigung und Fahrens ohne Führerschein schuldig (Az.: 601 Ks 5/20).

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten sechs Jahre und zehn Monate Haft gefordert.

Die Verteidigung hatte beantragt, ihn nur wegen Fahrens ohne Führerschein in zwei Fällen zu einer maßvollen Freiheitsstrafe zu verurteilen.

Titelfoto: Blaulicht-News.de

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