Zwei Frauenmorde in den 90er Jahren: 68-Jähriger bestreitet Taten

Hamburg – Neue Entwicklungen in zwei bislang ungelösten Fällen: Ein 68-Jähriger muss sich ab Dienstag (9.15 Uhr) vor dem Hamburger Landgericht wegen zwei Frauenmorden in den 90er Jahren verantworten.

Der Prozess findet vor dem Hamburger Landgericht statt. (Symbolbild)
Der Prozess findet vor dem Hamburger Landgericht statt. (Symbolbild)  © Markus Scholz/dpa

Der Angeklagte soll zwei Frauen in den 1990er Jahren in ihren eigenen Wohnungen in Hamburg missbraucht, erdrosselt und ausgeraubt haben, wie ein Sprecher des Hamburger Landgerichts mitteilte.

Anstoß zum aktuellen Prozess lieferte die Neubewertung beider Fälle, wobei den zuständigen Ermittlern Parallelen zu früheren Taten des Deutschen aufgefallen seien.

Der Angeklagte wurde bereits 2011 vom Landgericht Lübeck wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zulasten seiner eigenen Nichte zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

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Davor sei er bereits mehrfach wegen verschiedener Delikte strafrechtlich verurteilt worden, darunter auch wegen Sexualstraftaten zulasten von Frauen unterschiedlichen Alters, so der Gerichtssprecher.

Das Schwurgericht hat insgesamt zwölf Verhandlungstage angesetzt.

Update, 16.36 Uhr: Angeklagter bestreitet Tatvorwürfe

Der 69-jährige Angeklagte sitzt in einem Verhandlungssaal des Strafjustizgebäudes. Der Mann soll in den 90er Jahren zwei Frauen jeweils aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat getötet haben und ist nun wegen Mordes angeklagt.
Der 69-jährige Angeklagte sitzt in einem Verhandlungssaal des Strafjustizgebäudes. Der Mann soll in den 90er Jahren zwei Frauen jeweils aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat getötet haben und ist nun wegen Mordes angeklagt.  © Markus Scholz/dpa

Zu Beginn des Prozesses am Dienstag vor dem Hamburger Landgericht bestritt der Angeklagte sämtliche Tatvorwürfe. Er habe beide Frauen gekannt, mit der 28-Jährigen habe er sogar Sex gehabt, mit ihrer Ermordung habe er aber nichts zu tun, ließ der 69-Jährige durch seinen Verteidiger mitteilen.

Für die Ermordung der 79-Jährigen machte der Angeklagte, der sein Gesicht hinter einer Kapuzenjacke zu verbergen versuchte, zwei Männer aus Rumänien verantwortlich.

Als erster Zeuge sagte am Dienstag der ehemalige Lebensgefährte der 28-Jährigen aus. Der heute 54-Jährige schilderte, dass der Angeklagte häufig bei ihnen zuhause aufgetaucht sei. Dabei soll er auch einmal zu seiner Freundin gesagt haben: "Ich bring dich noch mal um!".

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Obwohl seine Lebensgefährtin mit dem Angeklagten "rumgeflirtet" habe, habe er Vertrauen zu ihr und zu dem Angeklagten gehabt. Als er am 12. Juni 1993 mit seinen Eltern in den Urlaub gefahren sei, habe er den Angeklagten sogar gebeten, sich um die 28-Jährige zu kümmern.

Als er am 30. Juni 1993 aus dem Urlaub zurück kam, war seine Freundin tot. "Wie aufgebahrt" habe die 28-Jährige im Wohnzimmer auf dem Boden gelegen: Nackt, die Beine breit, die Arme am Körper. Als er den Angeklagten einige Zeit später bei Bekannten wieder getroffen habe, habe dieser gebrüllt: "Ich war das nicht!"

Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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