Nach Massenschlägerei in Hanau: Dreieinhalb Jahre Haft für 26-Jährigen

Hanau – Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ist ein 26-jähriger Mann am Dienstag vom Landgericht Hanau zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Das Landgericht Hanau fällte am Dienstag das Urteil über den Angeklagten (Symbolbild).
Das Landgericht Hanau fällte am Dienstag das Urteil über den Angeklagten (Symbolbild).  © Paul Zinken/dpa

Er hatte im April 2020 eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von Männern ausgelöst und einen Kontrahenten mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Drei Männer wurden freigesprochen. Sie hätten in Notwehr gehandelt, urteilten die Richter.

Ursprünglich waren neun Männer im Alter zwischen 17 und 30 Jahren in die Massenschlägerei in der Hanauer Innenstadt verwickelt. Gegen fünf von ihnen war das Verfahren in dem seit November 2020 laufenden Prozess zuvor eingestellt worden. Ihnen konnte keine konkrete Tatbeteiligung nachgewiesen werden.

Nach Überzeugung der Richter hatte der 26-Jährige auf dem zentralen Freiheitsplatz uriniert, worüber sich ein anderer Mann echauffierte. Danach habe es zunächst eine verbale Auseinandersetzung und gegenseitige Bedrohungen gegeben.

Anschließend hatten beide Seiten Verstärkung herbeigerufen. Vor dem Klinikum Hanau gingen die Männer mit Messern und Metallstangen aufeinander los. Dabei wurden vier Männer lebensgefährlich verletzt.

Die Tat und der anschließende Großeinsatz der Polizei hatte in Hanau zunächst für Aufregung gesorgt, weil sie Erinnerungen an den einige Wochen zuvor verübten Anschlag vom 19. Februar 2020 geweckt hatte, bei dem neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet worden waren.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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