Anwalt erfindet NSU-Opfer und kassiert 200.000 Euro: Prozess beginnt

Aachen/Köln – Der Rechtsanwalt einer erfundenen Nebenklägerin im Münchner NSU-Prozess steht von Freitagmorgen (9 Uhr) an in Aachen vor Gericht. Er ist unter anderem wegen Betrugs angeklagt.

Der angeklagte Rechtsanwalt bestreitet alle Vorwürfe. (Symbolbild)
Der angeklagte Rechtsanwalt bestreitet alle Vorwürfe. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Der Anwalt soll beim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ein Opfer des Nagelbombenanschlags vom Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vertreten haben. Dieses Opfer hatte es in Wirklichkeit aber gar nicht gegeben. 

Dafür soll der Rechtsanwalt von 2013 bis 2015 zu Unrecht Zahlungen von insgesamt mehr als 200.000 Euro erhalten haben, wie das Landgericht Aachen mitteilte.

Der Angeklagte aus Eschweiler bestreitet die Vorwürfe. Er habe nicht gewusst, dass das Opfer gar nicht existierte.

Ein echter, mittlerweile verstorbener Nebenkläger im NSU-Prozess soll dem 52 Jahre alten Anwalt gefälschte Unterlagen des angeblichen Opfers gegen eine Provision angeboten haben.

Für den Prozess sind elf Verhandlungstage bis Ende November angesetzt.

Im Gedenken an die Opfer des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße vor mittlerweile 16 Jahren will die Stadt ein Mahnmal errichten.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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