Prozess wegen versuchten Mordes: Steinwerfer gibt Tat zu

Aachen – Vor dem Aachener Landgericht beginnt am Mittwoch (10.30 Uhr) ein Prozess wegen versuchten Mordes in elf Fällen. Der Angeklagte (54) soll aus seinem Auto gezielt Steine auf andere Fahrzeuge geworfen und diese teils erheblich beschädigt haben.

Der Angeklagte (54) und seine Anwälte warten auf den Beginn des Prozesses. Der Mann ist wegen versuchten Mordes in elf Fällen angeklagt.
Der Angeklagte (54) und seine Anwälte warten auf den Beginn des Prozesses. Der Mann ist wegen versuchten Mordes in elf Fällen angeklagt.  © Roberto Pfeil/dpa

Verletzt wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers niemand. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten außerdem vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor.

Laut Anklage warf der Mann handtellergroße Steine aus dem Fenster oder Schiebedach seines fahrenden Wagens.

Die Geschosse trafen entgegenkommende Fahrzeuge, bei denen teilweise die Windschutzscheibe splitterte oder der Außenspiegel abfiel.

Bei den Taten soll der aus dem Kreis Düren stammende Angeklagte es vor allem auf Fahrzeuge der RWE Power AG abgesehen haben.

Deshalb nimmt die Staatsanwaltschaft als Motiv an, dass er aus Protest gegen den Braunkohle-Abbau im Tagebau Garzweiler handelte.

Für den Prozess hat das Gericht insgesamt fünf Verhandlungstage bis zum 9. Oktober angesetzt.

Update, 17.28 Uhr: Angeklagter gibt Steinwürfe zu

Ein 54-Jähriger hat vor dem Aachener Landgericht zugegeben, dass er aus seinem Auto heraus Steine auf Fahrzeuge etwa von RWE Power geworfen habe – als Protest gegen den Braunkohletagebau.

Beim Prozessauftakt am Mittwoch sagte der Angeklagte, er habe nicht damit gerechnet, dass jemand zu Schaden kommen könnte.

Laut Anklage warf der Mann zwischen Frühjahr 2018 und April 2020 handtellergroße Steine aus Fenster oder Schiebedach seines fahrenden Wagens. Die Namen der Firmen sollen von außen erkennbar gewesen sein.

Bei der letzten vorgeworfenen Tat soll die Dashcam des entgegenkommenden Autos den Angriff und das Täterfahrzeug gefilmt haben.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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