Sohn (37) ließ Mutter elendig auf dem Boden sterben und kiffte lieber

Bonn – Weil er seine hilflose Mutter (63) zwei Tage lang auf dem Fußboden liegen ließ, ist ein Mann (37) am Dienstag in Bonn zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht befand ihn des Totschlags durch Unterlassen für schuldig. 

Der Angeklagte sitzt neben seinem Anwalt Sebastian Holbeck (r) vor Gericht. Er wurde zu vier Jahren Haft wegen Totschlag durch Unterlassen verurteilt.
Der Angeklagte sitzt neben seinem Anwalt Sebastian Holbeck (r) vor Gericht. Er wurde zu vier Jahren Haft wegen Totschlag durch Unterlassen verurteilt.  © Roberto Pfeil/dpa

Der Angeklagte habe den Tod der 63-Jährigen billigend in Kauf genommen, hieß es im Urteil.

Anstatt Hilfe zu holen, habe er die hinfällige Frau, die er am 7. Mai 2019 nur mit Pullover und einer Windel bekleidet in der gemeinsamen Wohnung gefunden hatte, sich selbst überlassen.

Er habe sich in sein Zimmer zurückgezogen, extrem getrunken und gekifft, um – wie er es selber formulierte – die "elende Situation" zu vergessen.

Der Angeklagte, so der Vorsitzende Richter, habe gewusst, "dass es eine Situation ist, die sein Leben verändert, ohne dass er Hand anlegen musste".

Laut Urteil hatte er sich in den zwei Tagen in einem Supermarkt Sandwiches und drei Flaschen Whisky besorgt.

Auch hatte er seine Katze wiederholt gefüttert, aber der eigenen Mutter nichts zu essen und zu trinken gegeben.

Die Mutter war laut Rechtsmedizinerin am 9. Mai 2019 – zwei Tage nach ihrem Auffinden – an Unterkühlung gestorben.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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