Ex-Kirchenrichter bestreitet Mitverantwortung für Missbrauch

Köln – In einem Missbrauchsprozess gegen einen katholischen Priester vor dem Landgericht Köln hat ein ehemaliger hoher Kirchenfunktionär jede Mitverantwortung bestritten.

Der angeklagte Priester soll unter anderem seine drei Nichten missbraucht haben. (Symbolbild)
Der angeklagte Priester soll unter anderem seine drei Nichten missbraucht haben. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/ZB/dpa

"Das wurde nicht leichtfertig beiseite geschoben», versicherte der frühere oberste Kirchenrichter des Erzbistums Köln, Günter Assenmacher (69), am Donnerstag als Zeuge in dem seit November laufenden Strafprozess.

Der Priester, der in dem Prozess angeklagt ist, soll unter anderem seine drei minderjährigen Nichten missbraucht haben.

Der heute 70-Jährige war schon 2010 des Missbrauchs beschuldigt worden, doch wurden die Anschuldigungen damals wieder zurückgezogen. Damit habe auch die Kirche keine Möglichkeit mehr gehabt, gegen ihn vorzugehen, sagte Assenmacher in der Zeugenbefragung.

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Der zwischenzeitlich beurlaubte Priester wurde danach wieder eingesetzt und missbrauchte mutmaßlich weitere Kinder.

Der Vorsitzende Richter Christoph Kaufmann wollte von Assenmacher wissen, warum dieser damals keine eigene Recherche unternommen habe, um dem Fall auf den Grund zu gehen. Assenmacher antwortete, das sei nicht seine Aufgabe gewesen.

Aktualisiert am 13. Januar, 15.04 Uhr

Titelfoto: Patrick Pleul/ZB/dpa

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