Frau über Wochen gefangen und vergewaltigt: Laut Angeklagtem geschah "alles einvernehmlich"

Düsseldorf – Eine Frau (43) soll in Dormagen wochenlang gefangen gehalten und mehrfach vergewaltigt worden sein. Im Prozess um das mutmaßliche Martyrium hat der Angeklagte alle Vorwürfe bestritten.

Im Prozess um das mutmaßliche Martyrium einer Frau, hat der Angeklagte behauptet, dass alle Taten "einvernehmlich" geschehen seien.
Im Prozess um das mutmaßliche Martyrium einer Frau, hat der Angeklagte behauptet, dass alle Taten "einvernehmlich" geschehen seien.  © Martin Gerten/dpa

Weder habe er die 43-Jährige aus Dortmund wochenlang gefangen gehalten, noch habe er sie mehrfach vergewaltigt, sagte der 29-Jährige am Dienstag den Richtern des Landgerichts in Düsseldorf. "Alles war einvernehmlich."

Es habe zwar Streit und Handgreiflichkeiten zwischen ihnen gegeben, "aber beiderseits", sagte der wegen Gewaltdelikten vorbestrafte 29-Jährige.

Der arbeitslose Monteur ohne Schulabschluss ist wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt.

Die 43-Jährige und der 29-Jährige hatten sich Ende April kennengelernt. Kurz darauf hatte sie ihn mehrere Tage in seiner Wohnung in Köln besucht.

Schon dort begann laut Anklage das Leiden der Frau. Der Angeklagte habe vom zweiten Tag an die Tür abgeschlossen, die Frau misshandelt und gedroht, sich an ihrer zehnjährigen Tochter zu vergreifen.

Ein 57 Jahre alter Zeuge sagte am Dienstag aus, der Angeklagte habe die Frau auf offener Straße wüst beschimpft und ihr mehrmals auf den Hinterkopf geschlagen. Die Frau habe völlig aufgelöst und hilflos gewirkt. Er habe mit ihrem Einverständnis die Polizei gerufen.

Richter lobt mutigen Zeugen für seine Zivilcourage

Der Angeklagte war damals vor dem Eintreffen der Beamten verschwunden. Er sitzt seit Monaten im Rollstuhl, weil er auf der Flucht vor der Polizei aus dem Fenster gesprungen war und sich beide Beine gebrochen hatte.

Der Vorsitzende Richter Jörg Schmitz lobte den Zeugen für seine Zivilcourage: "Das ist toll, was sie da gemacht haben, das ist selten heute." Der Prozess wird am 12. Januar fortgesetzt. Dann soll das mutmaßliche Opfer aussagen. Mit einem Urteil wird Anfang Februar gerechnet.

Titelfoto: Martin Gerten/dpa

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