Lebenslange Haft wegen Mord an Ex-Schwager: Täter handelte aus "gekränktem Stolz"

Von Bernhard Krebs

Köln – Wegen der Ermordung des Bruders seiner Ex-Frau hat das Kölner Landgericht am Donnerstag einen Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt.

Beim Prozessbeginn Anfang Juli sprach der Angeklagte mit seinen Anwälten.
Beim Prozessbeginn Anfang Juli sprach der Angeklagte mit seinen Anwälten.  © Oliver Berg/dpa

Nach Überzeugung der Kammer war der 43-Jährige im Februar in Bergheim mit dem neuen Partner seiner Ex-Frau, deren Bruder sowie einem weiteren Mann in Streit geraten.

Dann zog er laut Urteil "plötzlich und unerwartet" eine Pistole und schoss. Der Ex-Schwager wurde tödlich getroffen, die beiden anderen Männer erlitten erhebliche Verletzungen.

Mit dem Strafmaß entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

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Laut Urteil handelte der Türke aus "gekränktem Stolz und verletzter Ehre" sowie "starker Eifersucht". Er habe die Scheidung von seiner Frau, mit der er vier Töchter hat, nicht verarbeiten können.

Das spätere Opfer habe aus Sicht des Angeklagten auf der Seite seiner Schwester gestanden und nichts gegen die Trennung getan. Vor dem Hintergrund des "konservativen Familienbildes" des Angeklagten wäre das aber die Aufgabe des Schwagers gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Täter feuerte mehrere Schüsse ab

Als der Angeklagte dann vor dem Bergheimer Straßenverkehrsamt zufällig auf die Männer traf, kam es zu einer Auseinandersetzung. In deren Verlauf feuerte der Angeklagte zunächst viermal auf den neuen Freund der Frau und schoss dann dem davonrennenden Ex-Schwager hinterher.

Das Opfer starb noch am Tatort. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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