Prozess im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach: Sicherheitsverwahrung gefordert

Köln – Im Prozess gegen einen zentralen Verdächtigen (43) im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach wurden am Mittwoch am Kölner Landgericht Plädoyers gehalten. 

Der Angeklagte (43) gilt als zentrale Figur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.
Der Angeklagte (43) gilt als zentrale Figur im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.  © Oliver Berg/dpa

Sollte es dazu kommen, werden sie allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten, wie das Gericht vorab erklärte. Über den Inhalt soll dann im Nachgang informiert werden.

Auch andere Teile des Prozesses gegen den Familienvater aus Bergisch Gladbach waren schon ohne Publikum verhandelt worden.

Die Anklage wirft dem 43-Jährigen in dem Verfahren vor, seine 2017 geborene Tochter immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Den Großteil der Taten habe er mit seinem Smartphone dokumentiert und Aufnahmen an Chat-Partner weitergeleitet.

Zu den Vorwürfen hat sich der Deutsche geäußert, allerdings ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Den Antrag hatte die Nebenklägerin gestellt, die seine Tochter vertritt. Sie wollte das Mädchen schützen.

Der Deutsche gilt als eine wichtige Figur im sogenannten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, weil Ermittler bei ihm auf zahlreiche digitale Kontakte stießen, die sie zu vielen weiteren Verdächtigen führten. Mittlerweile erstrecken sich die Ermittlungen auf ganz Deutschland.

Legt man die Anklage zugrunde, drohen dem gelernte Koch und Hotelfachmann im Falle einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe. Zudem steht die Anordnung einer Sicherungsverwahrung im Raum. Im Laufe des Prozesses hatte er angekündigt, seiner Tochter 50.000 Euro auf ein Konto einzahlen zu wollen. Nach Angaben des Verteidigers soll das Geld als "Schadenswiedergutmachung" dienen.

Update, 13.10 Uhr: Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafe

Im Prozess gegen einen zentralen Verdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von dreizehneinhalb Jahren für den Angeklagten gefordert. 

Zudem beantragte sie am Mittwoch die anschließende Unterbringung des Familienvaters in der Sicherungsverwahrung, wie ein Sprecher des Landgerichts Köln mitteilte. Die Nebenklage, die die Tochter des 43-Jährigen vertritt, habe sich den Anträgen angeschlossen. Die Plädoyers wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten.

Update, 14.42 Uhr: Verteidiger des Angeklagten stellt keinen Antrag

Der Verteidiger des Angeklagten stellte den Angaben zufolge keinen konkreten Antrag zum Strafmaß. Er sprach sich aber gegen eine Sicherungsverwahrung aus.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Köln:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0