Nach Axt-Angriff wegen Rap-Video von KC Rebell: Brüder kommen mit Geldstrafe davon

Köln - In einem Verfahren um einen Axt-Angriff innerhalb der Rap-Szene sind am Landgericht Köln zwei Brüder (38 und 44 Jahre) verurteilt worden.

Am Landgericht Köln sind zwei Brüder (38, 44) wegen eines Axt-Angriffs zu Geldstrafen verurteilt worden. Ein dritter Angeklagter muss sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht verantworten.
Am Landgericht Köln sind zwei Brüder (38, 44) wegen eines Axt-Angriffs zu Geldstrafen verurteilt worden. Ein dritter Angeklagter muss sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht verantworten.  © Thomas Banneyer/dpa

Wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag auf Nachfrage bestätigte, wurde das 38 und 44 Jahre alte Brüderpaar bereits am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung zu Geldstrafen von 90 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt. Zuvor hatte es eine Verständigung zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft gegeben.

Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten war zuvor wegen Krankheit des Verteidigers abgetrennt worden und soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Hintergrund des Prozesses war eine Auseinandersetzung vor einer Shisha-Bar in der Kölner Innenstadt im August 2016. Deren Auslöser soll ein tags zuvor aufgenommenes Video des Rappers KC Rebell (34) mit dem Titel "Dizz da" gewesen sein, wodurch sich laut Anklageschrift einer der Angeklagten "in seiner Ehre verletzt" gefühlt habe.

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Das Opfer des Angriffs vor der Shisha-Bar wird dem Umfeld des Rappers zugerechnet. Dem Mann war unter anderem mit der stumpfen Seite einer Axt gegen den Kopf geschlagen worden.

Der Fall hatte damals für großes Aufsehen gesorgt. Von einer rheinischen Rapper-Fehde war die Rede.

Angeklagten Brüdern konnte keine konkrete Tathandlung nachgewiesen werden

Der Gerichtssprecher erklärte, dass das Gericht von der Beteiligung der beiden Angeklagten an der Auseinandersetzung überzeugt war. Konkrete Tathandlungen konnten ihnen aber nicht nachgewiesen werden.

Hintergrund der Verständigung sei zum einen die lange Verfahrensdauer gewesen, zum anderen, dass das Opfer kein Interesse an der Strafverfolgung der Angeklagten gehabt habe und nicht vor Gericht habe aussagen wollen.

Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa

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