Vater soll Tochter sexuell missbraucht haben - jetzt steht sie wegen einem Serienmord vor Gericht

Von Wolfram Lumpe

Wuppertal - Eine Frau soll ihre fünf Kinder umgebracht haben. Als sie in U-Haft gebracht wurde, hatte sie nur einen Wunsch: Ihren eigenen Vater vor Gericht zu sehen.

Die 28-Jährige steht vor Gericht, weil sie ihre fünf Kinder getötet haben soll. Sie leugnet die Tat - und klagt ihren Vater des Missbrauchs an. (Symbolbild)
Die 28-Jährige steht vor Gericht, weil sie ihre fünf Kinder getötet haben soll. Sie leugnet die Tat - und klagt ihren Vater des Missbrauchs an. (Symbolbild)  © wavebreakmediamicro/123rf

Im Prozess um den Mord an fünf Kindern in Solingen ist an diesem Montag der Vater der Angeklagten als Zeuge geladen.

Er soll seine Tochter sexuell missbraucht haben. Deswegen wird nun gegen ihn ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach mit. Aufmerksam wurden die Beamten auf die Anklage, als die Tochter in Untersuchungshaft Strafanzeige erstattete.

Ob der Vater am Nachmittag tatsächlich erscheint und als Zeuge aussagt, ist noch unklar, betonte ein Gerichtssprecher. Ihm steht es zu, die Aussage zu verweigern.

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Unterdessen hatte ein Verteidiger der 28-Jährigen angekündigt, dass ihr Gehirn auf Missbrauchsspuren untersuchen lassen will. Neuerer Forschung zufolge wirke sich massiver sexueller Missbrauch im Kindesalter auch auf die Hirnstruktur aus.

Auf der Anklagebank des Wuppertaler Landgerichts muss sich die 28-jährige Mutter der toten Kinder wegen fünffachen heimtückischen Mordes verantworten. Sie soll die Kinder betäubt und dann erstickt, erwürgt oder ertränkt haben. Der Prozess wird an diesem Montagmorgen um 9:15 Uhr fortgesetzt.

Lebenslange Haft für fünffachen Mord? Die junge Mutter bestreitet die Tat

Die Angeklagte hat die Tat bestritten. Ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie gefesselt, geknebelt und dann ihre Kinder getötet. Die Ermittler hatten diese Version als Schutzbehauptung zurückgewiesen.

Der Deutschen droht lebenslange Haft. Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres entdeckt worden: Die fünf hießen Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8).

Ihre Mutter hatte sich nach der Tat im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn blieb unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Großmutter an den Niederrhein geschickt.

Titelfoto: wavebreakmediamicro/123rf

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