YouTuber stellte Polizei-Einsätze ins Netz: Jetzt könnte er vielleicht sogar ins Kittchen wandern!

Bonn - Die Gesichter von Polizisten, die bei Routine-Einsätzen gefilmt werden, müssen unkenntlich gemacht werden, wenn diese Bilder ins Netz gestellt werden.

Sofern Bilder von Polizisten ins Netz gestellt werden, müssen die Gesichter der Beamten unkenntlich gemacht werden, wie das Oberlandesgericht Köln (OLG) in einem Urteil entschied. (Symbolbild)
Sofern Bilder von Polizisten ins Netz gestellt werden, müssen die Gesichter der Beamten unkenntlich gemacht werden, wie das Oberlandesgericht Köln (OLG) in einem Urteil entschied. (Symbolbild)  © 123RF/animaflorapicsstock

Das hat das Oberlandesgericht Köln (OLG) in einem Urteil entschieden und einen Bonner YouTuber (32) wegen des Verstoßes gegen das Kunst- und Urheberrecht zu 2800 Euro Geldstrafe verurteilt.

Damit ist das Berufungsurteil des Bonner Landgerichts vom Juni 2021 rechtskräftig. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Bonn den Angeklagten noch freigesprochen: Die ungefilterten Filmaufnahmen seien vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt, hieß es damals.

Der 32-jährige Student betreibt seit Jahren einen YouTube-Kanal, auf dem er Videos von Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätzen verbreitet. Mehrere Polizeibeamte hatten ihn angezeigt, nachdem sie während ihrer Arbeit gefilmt und ihre Gesichter für die Veröffentlichung nicht gepixelt worden waren.

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Das OLG stellte in seinem Urteil fest, dass Polizeibeamte ein Recht am eigenen Bild hätten. Sowohl das Recht auf Meinungs- wie auch der Pressefreiheit müssen dahinter zurückstehen.

Ausnahmen seien zeitgeschichtlich relevante Geschehnisse oder Bilder, die zum Beispiel Polizeigewalt dokumentierten.

YouTuber bereits wegen Besitzes von Kinderpornografie auf Bewährung

Ein YouTuber (32) aus Bonn hatte jahrelang Aufnahmen von Einsatzkräften verbreitet, ohne die Gesichter der Betroffenen zu pixeln.
Ein YouTuber (32) aus Bonn hatte jahrelang Aufnahmen von Einsatzkräften verbreitet, ohne die Gesichter der Betroffenen zu pixeln.  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Urteil des OLG ist die juristische Auseinandersetzung für den 32-Jährigen möglicherweise noch nicht beendet.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn auf Nachfrage bestätigte, liegen zahlreiche neue Strafanzeigen von Polizeibeamten vor, die sich bei YouTube ungefiltert entdeckt haben.

Kommt es zu weiteren Strafverfahren, droht dem YouTuber, der nach einer Verurteilung wegen Besitzes von Kinderpornografie unter Bewährung steht, Gefängnis.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa, 123rf/animaflorapicsstock (Bildmontage)

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