Zwielichtiges Attest: Mann legt "Rotzlappenbefreiung" vor und will keine Maske tragen

Von Jonas-Erik Schmidt

Köln - Ein Servicetechniker hat wegen seiner Weigerung zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske nach Auffassung eines Gerichts eine wirksame Kündigung erhalten.

Wegen seiner Weigerung zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske hat ein Servicetechniker nach Auffassung des Kölner Gerichts eine wirksame Kündigung erhalten. (Symbolbild)
Wegen seiner Weigerung zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske hat ein Servicetechniker nach Auffassung des Kölner Gerichts eine wirksame Kündigung erhalten. (Symbolbild)  © 123rf/Rattanakun Thongbun

Der Fall war am Arbeitsgericht Köln verhandelt worden, wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte.

Der Kläger sei als Techniker im Außendienst beschäftigt gewesen. Wegen der Corona-Pandemie habe ihm sein Arbeitgeber - wie allen Technikern - die Anweisung erteilt, bei Kunden eine Maske zu tragen.

Im Dezember 2020 habe sich der Mann dann geweigert, einen Auftrag bei einem Kunden auszuführen, der ausdrücklich auf einen Mund-Nasen-Schutz bestanden habe. Dafür reichte er den Angaben zufolge unter dem Betreff "Rotzlappenbefreiung" ein Attest vom Juni 2020 ein, in dem gestanden habe, eine Maske sei für ihn "unzumutbar".

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Der Arbeitgeber erkannte das Attest, das auf Blankopapier ausgestellt gewesen sein soll, nicht an.

Da der Mann den Auftrag weiterhin abgelehnt habe, sei er zunächst abgemahnt worden, so das Gericht.

Nachdem er erklärt habe, nur dann in der Sache arbeiten zu wollen, wenn er keine Maske tragen müsse, sei ihm gekündigt worden.

Zweifel an der Ernsthaftigkeit der behaupteten medizinischen Einschränkungen

Das Gericht wies die Kündigungsschutzklage des Mannes nun ab. Mit seiner Weigerung habe er wiederholt gegen seine Verpflichtungen verstoßen. Das Attest sei zudem nicht aktuell und ohne konkrete Diagnose gewesen.

Darüber hinaus bestünden Zweifel an der Ernsthaftigkeit der behaupteten medizinischen Einschränkungen, da der Mann den Mund-Nasen-Schutz selbst als "Rotzlappen" bezeichnet habe.

Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Titelfoto: 123rf/Rattanakun Thongbun

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