Er hatte schon einen Menschen getötet: Rentner stalkt Nachbarin und sticht sie nieder

Leipzig - Dieser Kriminalfall könnte die Vorlage für einen Horrorfilm sein: In Leipzig ist eine Frau über Monate von ihrem Nachbarn gestalkt und bedroht worden. Was sie nicht wusste: Der Psychopath hatte bereits einen Menschen getötet. Am Ende musste auch sie um ihr Leben kämpfen.

Wegen versuchten Mordes angeklagt: Messer-Psychopath Manfred F. (65) droht nun Sicherungsverwahrung.
Wegen versuchten Mordes angeklagt: Messer-Psychopath Manfred F. (65) droht nun Sicherungsverwahrung.  © Ralf Seegers

Am Anfang war es ein freundlicher Umgang. Manfred F. (65) stellte seiner Nachbarin Melanie M. (42) manchmal Blumen vor die Tür, sie leistete dem Rentner Hilfe, wenn es ihm mal nicht gut ging.

Doch Ende 2020 kippte das Verhältnis. Der ehemalige Gießereiarbeiter stieg der Frau plötzlich nach, bedrohte sie verbal, versuchte, in ihre Wohnung einzudringen, und manipulierte die Türschlösser.

Melanie M. war völlig verängstigt, installierte in ihrer Wohnung eine Kamera und erstattete Anzeige nach dem Gewaltschutzgesetz. Daraufhin durfte er sich laut gerichtlicher Anordnung seiner Nachbarin nicht mehr nähern.

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Doch das machte den Stalker erst recht wütend.

Einen Monat später lauerte er Melanie M. mit einem Messer vor deren Wohnung auf und stach sie laut Anklage mit den Worten "Jetzt bringe ich dich um, du Drecksau!" nieder.

Manfred F. saß bereits zwölf Jahre hinter Gittern

Im ersten Stock dieses Leipziger Mehrfamilienhauses kam es im Juli zu der fast tödlich verlaufenen Messer-Attacke.
Im ersten Stock dieses Leipziger Mehrfamilienhauses kam es im Juli zu der fast tödlich verlaufenen Messer-Attacke.  © Ralf Seegers

Mit letzter Kraft konnte die von der Klinge an den Nieren lebensgefährlich getroffene, stark blutende Frau fliehen und Hilfe rufen.

Melanie M. ist nicht sein erstes Opfer. Bereits 1998 stach er im Suff einen Bekannten nieder. Der Mann überlebte es nicht. Der Messerstecher saß daraufhin wegen Totschlags zwölf Jahre im Gefängnis.

Nun lautet die Anklage auf versuchten Mord. Zudem muss das Schwurgericht prüfen, ob der bereits mehrfach vorbestrafte Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit ist und deshalb in Sicherungsverwahrung genommen werden muss.

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Vor Gericht entschuldigte sich der Gewalttäter zwar bei seiner Nachbarin, bestritt aber jedwede Tötungsabsicht. Er habe das Messer zufällig in der Hand gehabt, als die Frau im Treppenhaus erschien, ließ der Angeklagte seine Verteidigerin erklären.

Manipulierte Schlösser, Einbruchsversuche, wüste Drohungen - hier machte der Stalker seiner Nachbarin das Leben zur Hölle.
Manipulierte Schlösser, Einbruchsversuche, wüste Drohungen - hier machte der Stalker seiner Nachbarin das Leben zur Hölle.  © Ralf Seegers

Er habe nur mit ihr reden wollen. Als sie losschimpfte, seien ihm die Sicherungen durchgebrannt ... Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Ralf Seegers

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