Missbrauch bei Mathe-Nachhilfe? Staatsanwalt sicher: Elektriker verging sich jahrelang an Mädchen

Leipzig - In Leipzig soll ein Elektriker über ein Jahrzehnt lang kleine Mädchen missbraucht haben. Als er sich auch an seiner leiblichen Tochter verging, flog er auf. Seit gestern wird dem Mann, der sich offenbar auch als Nachhilfe-Lehrer betätigte, am Landgericht Leipzig der Prozess gemacht.

Beschäftigt seit 1996 immer wieder die Justiz: Christian S. (40) soll von 2008 bis 2019 mehrere Mädchen missbraucht haben.
Beschäftigt seit 1996 immer wieder die Justiz: Christian S. (40) soll von 2008 bis 2019 mehrere Mädchen missbraucht haben.  © Ralf Seegers

Stimmen die Vorwürfe der Anklage, dann hat Christian S. (40) seit 2008 immer wieder Kinder missbraucht. 

Seine Opfer: fünf Mädchen, die zur Tatzeit im Alter zwischen fünf und zwölf Jahre alt waren. Kinder von Bekannten, die Stieftochter und zuletzt sogar seine 2012 geborene leibliche Tochter, mit der er laut Staatsanwaltschaft zwischen 2017 und 2019 unter anderem Oralverkehr hatte.

Besonders perfide: Laut Anklage habe er bei einem neunjährigen Opfer seine Vertrauensstellung als Nachhilfe-Lehrer ausgenutzt. Bei einer Mathe-Übung habe das Mädchen bei jeder falsch gelösten Aufgabe ein Kleidungsstück ausziehen müssen.

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Für die juristische Aufarbeitung hat die Staatsanwaltschaft zwölf exemplarische Fälle angeklagt. Da sich der Tatzeitraum über mehr als zehn Jahre erstreckt, gehen die Ermittler aber von weit mehr Einzeltaten aus.

Ob und wie sich der unter anderem wegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung vorbestrafte Sex-Gangster zu den Vorwürfen äußert, soll die Öffentlichkeit nicht erfahren. 

Ohne Antrag einer Prozesspartei schloss die 2. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Michael Dahms die Öffentlichkeit vom Prozessgeschehen aus. 

Begründung: Da Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich zur Sprache kommen, würde deren öffentliche Erörterung schutzwürdige Interessen verletzen.

Titelfoto: Ralf Seegers

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