Lkw-Fahrer überfährt 16-Jährige Radlerin: "Ich habe gebetet, dass sie nicht stirbt"

Leipzig - Am 30. April 2018 wurde die 16-jährige Victoria G. in der Leipziger Innenstadt samt ihrem Fahrrad von einem Lkw erfasst und dabei tödlich verletzt. Der Fahrer des Lasters, Jozsef B. (48), musste sich nun vor dem Leipziger Amtsgericht verantworten - und soll sich dabei unter Tränen an die Eltern von Victoria gewandt haben.

Victoria soll am Morgen des 30. April auf dem Weg zu einem Gymnasium im Leipziger Süden gewesen sein, als es zu der Tragödie kam. (Archivbild)
Victoria soll am Morgen des 30. April auf dem Weg zu einem Gymnasium im Leipziger Süden gewesen sein, als es zu der Tragödie kam. (Archivbild)  © Nico Zeißler

"Ich habe gebetet, dass sie nicht stirbt. Ich wollte niemandem das Kind nehmen", sagte der 48-Jährige laut einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ) während des Prozesses. Ihm direkt gegenüber saßen die Eltern von Victoria, die er unter Tränen um Verzeihung bat.

Jozsef B. stand am Morgen des 30. April mit seinem Lastzug an der Kreuzung Schillerstraße/Martin-Luther-Ring. Als die Ampel auf Grün schaltete, bog der damals 45-Jährige nach rechts auf den Ring ab - und übersah dabei die neben ihm geradeaus fahrende Victoria (TAG24 berichtete).

Hauptfrage des Prozesses sei nun gewesen, ob Jozsef B. den Unfall hätte vermeiden können. "Ich habe das Mädchen nicht gesehen", beteuerte er laut Bericht. Ein Dekra-Sachverständiger wies ihm ein Fehlverhalten nach, sein Verteidiger sprach später von einem "Augenblicksversagen".

Noch am Unfallort versuchten Rettungskräfte, die 16-Jährige zu reanimieren. Im Krankenhaus erlag sie jedoch ihren schweren Verletzungen. (Archivbild)
Noch am Unfallort versuchten Rettungskräfte, die 16-Jährige zu reanimieren. Im Krankenhaus erlag sie jedoch ihren schweren Verletzungen. (Archivbild)  © Nico Zeißler

Jozsef B. wurde schließlich zu einer Geldstrafe von 7500 Euro verurteilt. Weder die Verteidigung noch die Anwältin der Eltern, die Nebenkläger in dem Prozess waren, stellten dem Artikel zufolge konkrete Forderungen. "Keine Strafe bringt mir mein Kind zurück", wird Victorias Mutter in dem LVZ-Bericht zitiert.

Auch heute noch, zweieinhalb Jahre nach der Tragödie, erinnert ein weißes Fahrrad an der Unfallstelle an Victoria.

Titelfoto: Nico Zeißler

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