Prozess um Mordversuch am Uniklinikum: Gärtner stach im Wahn auf Krankenschwester ein

Leipzig - Sie rettet täglich Menschenleben, doch plötzlich war ihres in ernster Gefahr. Eine Krankenschwester ist im Leipziger Universitätsklinikum (UKL) von einem Psychopathen niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden (TAG24 berichtete). Am Donnerstag begann der Prozess gegen den Angreifer.

Auf dem Gelände des UKL ereignete sich die gefährliche Attacke.
Auf dem Gelände des UKL ereignete sich die gefährliche Attacke.  © Silvio Bürger

Sie kam gerade von der Intensivstation, war ins Gespräch mit einem Arzt vertieft. "Plötzlich spürte ich einen kräftigen Schlag von hinten und fiel zu Boden", berichtete Ines S. (53) im Zeugenstand. 

Als sie wieder aufstand, erkannte sie einen Mann, der wie von Sinnen mit einem Messer auf sie einstach. "Ich stürzte wieder, er stach weiter zu." 

Insgesamt neun Mal rammte der Angreifer ein großes Küchenmesser in den Körper der wehrlosen Frau, verletzte ihre Lunge, die Niere, brach ihr das Schulterblatt. Nur eine Not-OP rette ihr das Leben. Das war am Abend des 31. Januar.

Acht Monate und einen Tag später sitzt Maik U. (27) wortlos vor Gericht. Versuchten Mord wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. 

Er war kein Patient, sondern wohnte nicht weit vom UKL entfernt. Schon vor dem Mordversuch dort hatte er in seinem Wohnhaus versucht, eine Frau (26) zu töten. Sie konnte fliehen.

Dass er ins Gefängnis muss, ist unwahrscheinlich. Denn der aus Duisburg stammende Gärtner soll an Schizophrenie leiden und im Wahn gehandelt haben. 

Bis November will das Gericht klären, wie lang er in der geschlossenen Psychiatrie bleiben muss. 

Titelfoto: Silvio Bürger

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