Urteil: Ohne Girokonto-Option darf Rundfunkbeitrag bar bezahlt werden

Leipzig - Wer kein Girokonto bei einer privaten oder öffentlich-rechtlichen Bank eröffnen kann, darf nach einem Gerichtsurteil den Rundfunkbeitrag in bar bezahlen. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hervor.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat geurteilt: Wer kein Girokonto bei einer privaten oder öffentlich-rechtlichen Bank eröffnen kann, darf den Rundfunkbeitrag in bar bezahlen. (Symbolbild)
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat geurteilt: Wer kein Girokonto bei einer privaten oder öffentlich-rechtlichen Bank eröffnen kann, darf den Rundfunkbeitrag in bar bezahlen. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Die Richter gingen konkret auf die Regelung beim Hessischen Rundfunk (HR) ein, die ohne Ausnahme eine Barzahlung ausschließt. Das verstoße gegen Unionsrecht, hieß es vom Gericht, das nun die konkreten Härtefälle definierte.

Der Fall ging schon durch mehrere gerichtliche Instanzen, auch der Europäische Gerichtshof hatte sich schon damit befasst. Das Bundesverwaltungsgericht entschied in zwei Verfahren.

Laut einer Gerichtssprecherin ist das Urteil nicht anfechtbar und die Entscheidung rechtskräftig.

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Die Kläger sind Wohnungsinhaber und rundfunkbeitragspflichtig. Sie wollten rückständige Beiträge in bar bezahlen, was der HR zurückwies.

Die Kläger selbst waren nun vor Gericht nicht erfolgreich, die Richter wiesen die Revision mit dem getroffenen Urteil zurück. Beide haben nach Gerichtsangaben ein Girokonto.

Übergangszeit für alte Regelung

Der Rundfunkbeitrag liegt bei monatlich 18,36 Euro.
Der Rundfunkbeitrag liegt bei monatlich 18,36 Euro.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Der Geschäftsführer des Beitragsservices von ARD, ZDF und Deutschlandradio, Michael Krüßel, sagte: "Über Anpassungen des Verfahrens zur Leistung der Rundfunkbeiträge werden wir zu gegebener Zeit auf rundfunkbeitrag.de informieren."

Der Beitragsservice hob auch hervor, dass gemäß Urteil Rundfunkanstalten grundsätzlich berechtigt seien, die Möglichkeit der Barzahlung des Rundfunkbeitrags in ihren Satzungen zu beschränken.

HR-Justiziarin Nina Hütt teilte mit: "Die Rundfunkanstalten und der Beitragsservice werden die Details der Entscheidung sorgfältig prüfen, sobald diese vorliegt."

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Die Richter entschieden, dass der HR für eine Übergangszeit noch seine alte Regelung anwenden darf - allerdings nur unter der Bedingung, die Härtefallregelung sofort aufzunehmen. Der ARD-Sender muss perspektivisch eine Neuregelung formulieren.

Der Rundfunkbeitrag liegt bei monatlich 18,36 Euro. Er ist die Haupteinnahmequelle von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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