Wut wegen eines unangeleinten Pekinesen: Er soll Hundehalter totgestochen haben

Leipzig - Tödlicher Streit unter Hundehaltern: In Leipzig ist ein Mann beim Gassigehen mit seinem Pekinesen erstochen worden, weil sich ein anderer Hundebesitzer von dem nicht angeleinten Tier gestört gefühlt haben soll. Seit dem heutigen Dienstag wird Thomas S. (34) wegen Mordes der Prozess gemacht.

Thomas S. (34) steht seit Dienstag vor Gericht, weil er Hundebesitzer Maik R. (†52) mit einem Stich in die Schläfe getötet haben soll.
Thomas S. (34) steht seit Dienstag vor Gericht, weil er Hundebesitzer Maik R. (†52) mit einem Stich in die Schläfe getötet haben soll.  © Ralf Seegers

Schon am Morgen dieses verhängnisvollen Herbsttages im November 2020 waren die Hundehalter aneinandergeraten. Maik R. (52) war mit seinem Sohn (16) und dem kleinen Pekinesen Wolli im Leipziger Duncker-Viertel unterwegs, als er auf Thomas S. und dessen Boxer-Mischling traf.

Laut Anklage kam es da bereits zu einer "kurzen körperlichen Auseinandersetzung". Angeblich hatte sich Thomas S. von dem unangeleinten Pekinesen bedroht gefühlt.

Am frühen Abend erlebte der offenbar schon länger schwelende Konflikt zwischen den Hundehaltern dann seinen blutigen Höhepunkt. Beim erneuten Aufeinandertreffen an einer Wiese im Lindenauer Wohnviertel soll sich der CNC-Laserbediener hinterrücks auf Maik R. gestürzt und ihn in ein Gebüsch gestoßen haben.

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Anschließend soll Thomas S. laut Anklage ein Messer mit neun Zentimeter Klingenlänge gezogen und es seinem Widersacher mit voller Wucht in die linke Schläfe gerammt haben.

Mit einer lebensgefährlichen Arterienverletzung kam Maik R. ins Krankenhaus, wo er fünf Tage später an den Folgen der Stichverletzung verstarb. Staatsanwalt Torsten Naumann bezeichnete die Tat zum Prozessauftakt als "heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen".

Der Angeklagte habe die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt.

Staatsanwalt Torsten Naumann bezeichnete die Tat zum Prozessauftakt als "heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen"
Staatsanwalt Torsten Naumann bezeichnete die Tat zum Prozessauftakt als "heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen"  © Ralf Seegers

Am kommenden Prozesstag (1. Juni) will Thomas S., der die Anklageverlesung nahezu regungslos mit gesenktem Kopf verfolgte, seine Version der Geschichte erzählen.

Im Gerichtssaal wird dann auch ein psychiatrischer Gutachter anwesend sein, der die Zurechnungsfähigkeit des bereits wegen Körperverletzung und Bedrohung vorbestraften Mannes beurteilen soll.

Titelfoto: Ralf Seegers

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