Zu 23 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt: Ex-Wasserwerke-Chef legt Berufung ein

Leipzig - Der frühere Geschäftsführer der Leipziger Wasserwerke (KWL), Klaus Heininger (60), wehrt sich gegen seine Verurteilung zur Zahlung von Schadenersatz.

Ex-Wasserwerke-Chef Klaus Heininger (60) hat Berufung gegen die Schadensersatzverurteilung eingelegt.
Ex-Wasserwerke-Chef Klaus Heininger (60) hat Berufung gegen die Schadensersatzverurteilung eingelegt.  © Thomas Türpe

Der Ex-Manager habe Berufung beim Oberlandesgericht (OLG) Celle eingelegt und zugleich Prozesskostenhilfe beantragt, sagte OLG-Sprecher Rainer Derks am Donnerstag. 

Vor einem Monat hatte das Landgericht Hannover entschieden, dass die Wasserwerke Anspruch auf rund 23 Millionen Euro Schadenersatz haben (TAG24 berichtete). Auf dieser Summe blieb die Stadt Leipzig nach dem KWL-Skandal bisher sitzen.

Der aus München stammende Ex-Manager hatte an den Gremien der KWL vorbei riskante Finanzwetten abgeschlossen. Wegen Untreue und Bestechlichkeit wurde er zu sieben Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. 

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Die Finanzgeschäfte platzten. Die Schweizer Großbank UBS verklagte daraufhin die Stadt Leipzig, dass sie den Schaden von rund 500 Millionen Euro tragen solle (TAG24 berichtete). In aufwendigen Prozessen in Großbritannien konnte Leipzig diese Forderung letztlich abwenden.

Das OLG Celle werde nun prüfen, ob der Ex-Geschäftsführer Anspruch auf die Prozesskostenhilfe hat. Dafür müsste er wirtschaftlich nicht in der Lage sein, die Kosten des Prozesses selbst zu tragen. Bei der Prüfung muss der Mann seine Vermögensverhältnisse offen legen. 

Der Senat werde dabei außerdem auch entscheiden, ob die Berufung überhaupt Aussicht auf Erfolg haben könnte, erläuterte OLG-Sprecher Derks. Je nachdem könnte es danach zu einer mündlichen Verhandlung in Celle kommen. Das Verfahren könnte aber auch schriftlich erledigt werden.

Titelfoto: Thomas Türpe

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