Behörde verlangt Sex-Nachweis? Mann nach abstruser Anweisung vor Gericht

München - Im Münchner Prozess um erzwungenen Sex mit erfundenen Behördenanweisungen hat der Angeklagte die Vorwürfe am Dienstag zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Vergewaltigung in zwölf Fällen und vorsätzliche Körperverletzung vor.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Vergewaltigung in zwölf Fällen und vorsätzliche Körperverletzung vor.  © Matthias Balk/dpa

Er habe eine "Beziehung in Form einer Affäre" mit den beiden Frauen gehabt, sagte er zum Auftakt vor dem Landgericht München I.

Gewaltsame Übergriffe und die Vorwürfe der Anklage bestritt er "vollumfänglich". Wie die Frauen zu ihren Vorwürfen kommen, könne er sich nicht erklären.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem aus Bhutan stammenden Angeklagten vor, zwei Frauen aus Nepal vorgespiegelt zu haben, die deutschen Behörden verlangten Nachweise über vollzogenen Geschlechtsverkehr, um zu beweisen, dass sie keine Scheinehe eingegangen seien.

Wirecard-Prozess vor dem Start: Der größte Betrugsfall der deutschen Nachkriegs-Geschichte
Gerichtsprozesse München Wirecard-Prozess vor dem Start: Der größte Betrugsfall der deutschen Nachkriegs-Geschichte

So habe er sie dazu gebracht, Sex mit ihm zu haben. Angeklagt ist er wegen Vergewaltigung in elf Fällen und vorsätzlicher Körperverletzung.

Die Frauen lernten den Angeklagten auf einer Veranstaltung der Zeugen Jehovas kennen. Sie sprachen laut Anklage kein Deutsch und glaubten dem Mann, mit dem sie sich auf Nepali verständigen konnten. Die Beiden hatten Angst, aus Deutschland ausgewiesen zu werden.

Seine ganze Familie habe den beiden Frauen geholfen, ließ der Angeklagte über seine Anwältin verlesen. Der Kontakt der Beiden auch zu seiner Ehefrau und seinem Sohn sei gut gewesen.

Die Frauen seien ihnen erst aus dem Weg gegangen, als seine Ehefrau von den angeblichen Affären erfahren habe.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse München: