Mit mehreren Sex gehabt und dann irgendwas angezogen? Kurioser Drogenprozess in München

München - In einem Drogenprozess vor dem Amtsgericht München hat eine Hose eine entscheidende Rolle gespielt. 

Ein Justizbeamter im Sitzungssaal eines bayerischen Gerichts. (Symbolbild)
Ein Justizbeamter im Sitzungssaal eines bayerischen Gerichts. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Das Gericht verurteilte einen 31-Jährigen wegen Drogenbesitzes zur Zahlung von insgesamt 1600 Euro - obwohl der Angeklagte die Vorwürfe vehement bestritten hatte. 

Zwar seien in der Hose, die er trug, Amphetamin und eine Ecstasy-Tablette gefunden worden. Es sei aber gar nicht seine Hose gewesen. Er habe noch nie etwas mit Drogen zu tun gehabt und sich beim Hineinfeiern in seinen Geburtstag in Bars und auf mehreren Hauspartys betrunken. 

Auf einer der Feiern habe er mit mehreren Menschen Sex gehabt - und dann wahllos einfach die Kleidung angezogen, die herumlag: "Ich hatte schwachsinnige Klamotten an. Zum Teil auch nicht meine eigenen Sachen. Und diese Hose."

Eine als Zeugin vernommene Polizistin gab dagegen vor Gericht an, so betrunken habe der Mann auf sie gar nicht gewirkt und, dass er eine fremde Hose angehabt haben soll, habe er damals - an einem frühen Morgen im Februar dieses Jahres - nicht erwähnt. 

Sie treffe in ihrem Beruf durchaus auch manchmal auf Menschen ohne Hose, sagte die Beamtin. Dieser Mann aber habe eine Hose getragen und die sei "weder auffällig zu klein noch zu groß gewesen". "Wir gingen davon aus, dass es seine Hose ist."

Das Gericht wertete die Angaben des Angeklagten daraufhin als reine Schutzbehauptung und verurteilte ihn im Juni dieses Jahres.

Das Urteil ist aber nach Gerichtsangaben vom Freitag noch nicht rechtskräftig, weil der 31-Jährige Rechtsmittel eingelegt hat. 

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0