Fischfilet neu erfunden? Patentstreit über speziell gefütterte Lachse und Forellen

München - Die Einspruchsabteilung des Europäischen Patentamts (EPA) verhandelt am Dienstag in München darüber, ob eine bestimmte Fütterung von Zuchtlachsen und Forellen eine Erfindung sein kann.

Die australische Behörde für wissenschaftliche und industrielle Forschung hält ein Patent auf die spezielle Fütterung von Lachsen und Forellen. (Symbolbild)
Die australische Behörde für wissenschaftliche und industrielle Forschung hält ein Patent auf die spezielle Fütterung von Lachsen und Forellen. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Organisation "Keine Patente auf Saatgut" hat Einspruch gegen das Patent EP1965658 eingelegt, wie deren Sprecher Christoph Then am Montag mitteilte. Das Patent hält seit 2018 die australische Behörde für wissenschaftliche und industrielle Forschung (CSIRO), die dazu auch geforscht hatte.

"Wenn das Patent bestätigt würde, hätte das Signalwirkung. Weil es dann sehr einfach wäre, ein derartiges Patent zu bekommen", sagte Then.

Theoretisch könnten dann bestimmte Haltungsformen und die daraus resultierenden Tiere samt Schnitzel und Filets patentierbar sein, wenn die Haltung einen Einfluss auf die Qualität von Produkten wie Fleisch, Milch und Eier habe.

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Bei dem umstrittenen Fisch-Patent haben die mit bestimmten Pflanzen wie Raublattgewächsen gefütterten Lachse und Forellen in ihrem Fleisch einen erhöhten Anteil an Omega-3-Fettsäuren - ähnlich wie Wildfänge.

Vergleichbare Werte erreichten in Aquakulturen sonst nur mit Fischmehl gefütterte Fische, die dann aber nicht als nachhaltig erzeugt gelten, sagte Then.

Patente auf die Fütterung von Tieren: Die meisten erreichten nicht mal die Prüfungsphase des EPA

Schon vor Jahren wurden laut Then mehrere Patente auf die Fütterung von Hühnern, Schweinen und Fischen angemeldet, die sich auf daraus erzeugte Schnitzel, Schinken oder Fischstäbchen erstrecken sollten.

Diese Anmeldungen folgten demnach alle einem ähnlichen Muster: Ausgehend vom Futtermittel sollten Lebensmittel beansprucht werden, die aus so gefütterten Tieren gewonnen werden.

Nachdem diese Patentanträge öffentlich bekanntgemacht worden seien, seien die meisten dieser Anmeldungen erst gar nicht in die Prüfungsphase des EPA gebracht worden, erläuterte Then.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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