Betrugsprozess um Lech-Stahlwerke: Flossen 830.000 Euro Bestechungsgelder?

Augsburg - Im Prozess um ein millionenschweres Bestechungssystem bei den Lech-Stahlwerken in Schwaben will das Landgericht Augsburg am Mittwoch ab 9 Uhr das Urteil verkünden.

Laut Anklage sollen 830.000 Euro Bestechungsgeld geflossen sein. Sie fordert lange Haftstrafen. (Symbolbild)
Laut Anklage sollen 830.000 Euro Bestechungsgeld geflossen sein. Sie fordert lange Haftstrafen. (Symbolbild)  © 123RF/kzenon

Die Staatsanwaltschaft hat für die beiden Hauptangeklagten lange Haftstrafen verlangt.

Der damalige Top-Manager des Werks und der Unternehmer, der ihn geschmiert haben soll, sollen nach Ansicht der Staatsanwältin fünfeinhalb beziehungsweise sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

Für einen ebenfalls angeklagten Steuerberater verlangte sie drei Jahre Haft. Gegen alle drei Angeklagten wurden bereits Untersuchungs-Haftbefehle erlassen.

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In dem Prozess geht es laut Anklage um 830.000 Euro Bestechungsgeld.

Der eine Angeklagte, der Chef eines Subunternehmens, soll dafür im Gegenzug vom Stahlwerk Aufträge in Millionenhöhe erhalten haben.

Verteidiger fordern maximal zweieinhalb Jahre Haft

Die Lech-Stahlwerke in Schwaben beschäftigen etwa 800 Mitarbeiter. Ein ehemaliger Top-Manager steht jetzt wegen Bestechungsvorwürfen vor Gericht. (Archiv)
Die Lech-Stahlwerke in Schwaben beschäftigen etwa 800 Mitarbeiter. Ein ehemaliger Top-Manager steht jetzt wegen Bestechungsvorwürfen vor Gericht. (Archiv)  © Stefan Puchner/dpa

Die Verteidiger der Hauptbeschuldigten machten für das Korruptionssystem hauptsächlich einen anderen, mittlerweile verstorbenen Chef des Stahlwerks verantwortlich.

Für den angeklagten Stahlwerks-Manager forderten sie eine maximal zweieinhalbjährige Haftstrafe.

Die Anwälte des beschuldigten Auftragnehmers verlangten eine Bewährungsstrafe von höchstens einem Jahr und acht Monaten.

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Die Rechtsanwälte des Steuerberaters sagten, ihr Mandant habe das Bestechungssystem nicht gekannt und müsse freigesprochen werden.

Die Lech-Stahlwerke produzieren nach eigenen Angaben mit rund 800 Mitarbeitern jährlich etwa 1,1 Millionen Tonnen Stahl.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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