"Es war wie im Blutrausch": Familienvater muss hinter Gitter!

München/Fürstenfeldbruck - Im Prozess gegen einen Mann, der mit einem Hammer auf seinen jungen Nachbarn und dessen Freunde losgegangen sein soll, fordert die Staatsanwaltschaft fünf Jahre Haft wegen versuchten Totschlags.

Am Donnerstag soll das Urteil in dem Prozess fallen. (Symbolbild)
Am Donnerstag soll das Urteil in dem Prozess fallen. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

"Sie haben sich in irgendeinem Tunnel befunden, wo man endlich mal zeigen kann, wo der Hammer hängt", sagte Staatsanwältin Karin Jung am Donnerstag vor dem Landgericht München II. 

Sie zitierte eines der drei Opfer: "Es war wie im Blutrausch". Der Mann habe "losgeschlagen, als wenn es kein Morgen gäbe". 

Die Verteidigung forderte zwei Jahre und sechs Monate Haft. Der Angeklagte sei "ein völlig durchschnittlicher Zeitgenosse".

Hintergrund der Tat aus dem August 2019 ist ein eskalierender Nachbarschaftsstreit. Der 56 Jahre alte, deutsche Familienvater habe sich schon lange darüber aufgeregt, dass sein 18 Jahre alter Nachbar zu laut sei. 

Laut Anklage ging er nachts im gemeinsamen Treppenhaus auf den 18-Jährigen und dessen zwei Freunde los, als die von einer Tankstelle nach Hause kamen. Einer der jungen Männer erlitt eine heftig blutende Wunde am Kopf.

Er habe den Hammer nur dabei gehabt, als er aus seiner Wohnung stürmte, um sich im Zweifel wehren zu können, sagte der Angeklagte. Die Staatsanwältin bezeichnete das allerdings als Schutzbehauptung - zumal er die jungen Männer nach der Attacke im Treppenhaus noch mit dem Auto verfolgte.

"Es handelt sich hier um eine sinnlose, absurde Tat wie aus einem schlechten Film", sagte ein Vertreter der Nebenklage.

Der Angeklagte selbst entschuldigte sich in seinem letzten Wort. "Ich bedaure dies zutiefst und bitte die Geschädigten um Verzeihung", sagte er. "Es belastet mich sehr, dass ich von nun an mit dieser Tat in Verbindung stehe."

Update 14.38 Uhr: Drei Jahre und neun Monate Haft für Hammer-Attacke auf Nachbarn

Ein Familienvater aus Fürstenfeldbruck muss nach einer Hammer-Attacke auf seinen jungen Nachbarn und dessen Freunde drei Jahre und neun Monaten in Haft. Das Landgericht München II verurteilte ihn am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung. 

Der 56-Jährige hatte vor Gericht eingeräumt, im August 2019 nachts im gemeinsamen Treppenhaus auf seinen 18 Jahre alten Nachbarn und dessen Freunde losgegangen zu sein, weil sie ihm zu laut waren, als sie vom Einkaufen an einer Tankstelle nach Hause kamen. 

Den 700 Gramm schweren Zimmermannshammer in einem Beutel habe er aber nur dabei gehabt, um sich im Fall der Fälle wehren zu können. Er habe eigentlich nicht vorgehabt, zuzuschlagen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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