Hungerstreik! Mutmaßliches Wedel-Opfer Jany Tempel kündigt drastisches Mittel an

München - Neue Entwicklung in der Wedel-Affäre: Die Schauspielerin Jany Tempel (52) kritisiert mit drastischen Mitteln die Münchner Justiz.

Jany Tempel (52) will so lange in einen Hungerstreik treten, bis sich die Justiz weiter mit dem Wedel-Fall beschäftigt.
Jany Tempel (52) will so lange in einen Hungerstreik treten, bis sich die Justiz weiter mit dem Wedel-Fall beschäftigt.  © Christian Vierfuss/Dr. Alexander Stevens/dpa

Auf ihrer Homepage kündigte sie an, in den Hungerstreik zu treten, bis über die Anklage gegen Dieter Wedel (82) wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung entschieden wurde.

Vor mehr als einem Jahr hatte die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen Wedel erhoben. Sie geht davon aus, dass der Regisseur Tempel im Sommer 1996 in einem Münchner Luxushotel vergewaltigt hat. Er bestreitet die Vorwürfe. Das Landgericht München I muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

"Nach so vielen Jahren täglicher Ungerechtigkeit und permanenter psychischer Körperverletzung, trete ich nun hiermit in Hungerstreik, bis Sie endlich auf mein und unser aller Anliegen eingehen und dieser permanenten Retraumatisierung ein Ende setzen", heißt es auf der Homepage der Schauspielerin, von der ein Link zu einem Live-Stream auf YouTube führt.

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Darin ist zu sehen, wie eine weiß gekleidete, dunkelhaarige Frau, bei der es sich um Tempel handeln könnte, in einem Käfig sitzt.

Regisseur Dieter Wedel streitet Vergewaltigung ab

Dieter Wedel (82) bestreitet alle Vorwürfe gegen ihn.
Dieter Wedel (82) bestreitet alle Vorwürfe gegen ihn.  © Swen Pförtner/dpa

Ihr Anwalt Alexander Stevens wollte sich zu der Aktion seiner Mandantin nicht äußern. Er hatte die lange Verfahrensdauer allerdings schon mehrfach scharf kritisiert und im Mai eine offizielle Verzögerungsrüge verfasst.

Die Staatsanwaltschaft hatte Wedel schon im März vergangenen Jahres angeklagt, der Regisseur bestreitet die Vorwürfe. Seine Anwälte sprachen von Vorverurteilung und betonten die Wahrscheinlichkeit, dass die Anklage gar nicht zugelassen werden könnte - obwohl das in der deutschen Justiz nur sehr selten vorkommt.

Die zuständige Kammer sei noch mit der Prüfung der Zulassung beschäftigt, sagte ein Sprecher des Landgerichts München I nach der Verzögerungsrüge im Mai. Die Entscheidung solle in Kürze ergehen.

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In Haftsachen gilt ein Beschleunigungsgebot, das besagt, dass die Justiz alles tun muss, um das Hauptverfahren so schnell wie möglich zu beginnen. Wedel sitzt aber nicht in Untersuchungshaft.

Titelfoto: Bildmontage: Christian Vierfuss/Dr. Alexander Stevens/dpa, Swen Pförtner/dpa

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