Jahre nach Verurteilung wegen Sex-Attacken: Ex-Musikhochschulchef weiterhin auf freiem Fuß

München - Der wegen sexueller Nötigung verurteilte ehemalige Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser (66), hat seine Haft auch drei Jahre nach dem Urteil nicht angetreten.

Der ehemalige Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, bei einem Verhandlungstermin im Gericht. (Archiv)
Der ehemalige Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, bei einem Verhandlungstermin im Gericht. (Archiv)  © Sina Schuldt/dpa

Die Prüfung seiner Haftfähigkeit dauere noch an, sagte ein Sprecher des Landesgerichts Salzburg. Mehrere Gutachten lägen bereits vor, mindestens eines stehe aber noch aus. Sobald das eingegangen sei, könnte das Gericht entscheiden.

Mauser hätte seine Strafe eigentlich seit Januar 2020 in der Justizvollzugsanstalt Landsberg absitzen müssen, stellte jedoch einen Antrag, seine Strafe in einem österreichischen Gefängnis verbüßen zu können.

Mauser besitzt neben der deutschen auch die österreichische Staatsangehörigkeit und lebt in Österreich.

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Im Mai 2020 stellte ihm das Landesgericht Salzburg einen Bescheid auf Strafvollstreckung zu. Nach einer 14-tägigen Frist hätte er seine Haft antreten sollen, jedoch machte er über seine Anwälte eine Haftunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen geltend.

Möglicherweise könnte die Haft in einen Hausarrest umgewandelt werden.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte Anfang Oktober 2019 das Urteil des Landgerichts München I bestätigt, das Mauser im Mai 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt hatte. Er hatte demnach eine Sängerin in seinem Büro auf das Sofa gestoßen und trotz Gegenwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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