Kurioser Prozess in München: Wiesn-Wirt muss für Hendl-Gutscheine büßen

München - Das Verfahren um Bier- und Hendl-Gutscheine für das Oktoberfest gegen Wiesn-Wirt Toni Roiderer (77) und seinen Sohn soll eingestellt werden.

Anton Roiderer (77, r.), der langjährige Sprecher der Wiesn-Wirte, und sein Anwalt Ulrich Ziegert (2.v.r.) sitzen zu Beginn des Prozesses im Münchner Amtsgericht auf ihrem Platz.
Anton Roiderer (77, r.), der langjährige Sprecher der Wiesn-Wirte, und sein Anwalt Ulrich Ziegert (2.v.r.) sitzen zu Beginn des Prozesses im Münchner Amtsgericht auf ihrem Platz.  © Peter Kneffel/dpa

Wenn die beiden bis Mitte Juni je 10.000 Euro an die Münchner Tafel spenden, ist das Verfahren beendet, wie das Münchner Amtsgericht am Mittwoch entschied.

Zuvor hatten die Angeklagten und ihre Verteidiger sich mit der Staatsanwaltschaft darauf geeinigt.

Ursprünglich war ein Strafbefehl von je 27.000 Euro (90 Tagessätze zu 300 Euro) gegen die Männer erlassen worden.

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Sie betreiben auf dem Münchner Oktoberfest den "Himmel der Bayern" und hatten Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt.

Sie hatten jahrelang Marken für Bier und Hendl an Grünwalder Polizisten verschenkt. Der Gesamtwert bei den nun angeklagten und nicht verjährten Taten: 4028,59 Euro. Die Anklage lautete auf Vorteilsgewährung.

Vater und Sohn bestritten, Polizisten damit beeinflussen zu wollen. "Das ist für mich ein Dankeschön", sagte Toni Roiderer. "Als Tradition, aber nicht als Vorteilsnahme."

Der frühere Leiter der Polizeiinspektion war unter anderem deswegen per Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er sagte am Mittwoch als Zeuge vor Gericht aus und gestand auch, die Familie Roiderer über Polizeikontrollen bei einigen ihrer Mitarbeiter informiert zu haben, die im Verdacht standen, Drogen zu konsumieren.

Er sagte dazu: "Keine Meisterleistung, ich weiß."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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