Mann rast in Gegenverkehr: Corona-Panik schuld an tödlicher Geisterfahrt?

München - Offenbar in Panik und aus Sorge wegen der Corona-Pandemie soll ein Mann in suizidaler Absicht im Landkreis Starnberg in den Gegenverkehr gerast sein und so den Tod eines 64-Jährigen verursacht haben.

Der 57-Jährige soll als Kurzschluss-Reaktion seinen Transporter in den Gegenverkehr gelenkt haben.
Der 57-Jährige soll als Kurzschluss-Reaktion seinen Transporter in den Gegenverkehr gelenkt haben.  © Matthias Balk/dpa

Nun muss sich der Mess- und Regeltechniker aus Germering im Landkreis Fürstenfeldbruck seit Dienstag vor dem Landgericht München II wegen Mordes verantworten.

Die schrecklichen Bilder von Kranken und Toten seien ständig in seinem Kopf gewesen.

Seine Tat beschrieb der 57-jährige Deutsche als Kurzschluss. "Überall in der Arbeit, in der S-Bahn in den Nachrichten, nur noch Corona", sagte er zu Prozessbeginn. "Ich wollt eigentlich nimmer leben."

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Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus niedrigen Beweggründen, Heimtücke und mit gemeingefährlichen Mitteln vor. Der Angeklagte habe seinen Transporter "in völliger Verachtung gegenüber Wohl und Leben des ihm unbekannten Geschädigten" in das Fahrzeug seines Opfers gesteuert, sagte die Staatsanwältin.

Dass und wie viele Menschen ihr Leben verlieren würden, sei ihm gleichgültig gewesen. Er sei von keiner aktuellen Gefühlsregung gegenüber möglichen Opfern geleitet worden und habe mit Vorbedacht entschieden, seinem und einer unbekannten weiteren Anzahl von Leben ein Ende zu setzen.

Für das Verfahren sind vier weitere Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess soll am Mittwoch fortgesetzt werden. Die Familie des Opfers tritt in der Nebenklage auf.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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