Liquid Ecstasy in Getränkeflaschen gemischt? Frau steht vor Gericht

München - Es ist ein Verfahren, das in Bayern für Aufsehen sorgt: Vor dem Landgericht München I beginnt am Dienstag (9.30 Uhr) der Prozess um vergiftete Getränkeflaschen in Supermärkten.

Für den Prozess hat das Landgericht insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte somit im Dezember fallen. (Symbolbild)
Für den Prozess hat das Landgericht insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte somit im Dezember fallen. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft einer Frau versuchten Mord in fünf Fällen vor. Sie soll Getränkeflaschen mit Gamma-Butyrolacton (GBL), sogenanntem "Liquid Ecstasy" versetzt haben - und zwar in einer so hohen Dosis, dass sie tödlich hätte sein können.

Drei Kunden hatten die vergifteten Flaschen 2020 gekauft und daraus getrunken. Zwei Frauen im Alter von damals 34 und 42 Jahren mussten laut Angaben der Polizei sofort medizinisch behandelt werden.

Auch einem 48 Jahre alten Mann soll es nach dem Verzehr äußerst schlecht gegangen sein. Die Dosis der Lösungsmittel hätte nach Einschätzung der Ermittler durchaus auch tödlich wirken können.

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Nachdem sie gefasst worden war, kam heraus, dass sie auch noch für zwei andere Fälle verantwortlich sein könnte: Im Jahr 2018 soll sie bei einer Ausstellungseröffnung im Münchner Gasteig Apfelschorle vergiftet haben. Zwei damals sieben und zehn Jahre alte Kinder wurden bewusstlos, nachdem sie davon getrunken hatten.

Für den Prozess hat das Landgericht München I 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach am 10. Dezember dieses Jahres fallen. Die Staatsanwaltschaft hält die psychisch kranke Frau allerdings für schuldunfähig. Ihr droht damit voraussichtlich keine Haftstrafe, sondern die weitere Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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