Mord wegen Handyvideos? 23-Jähriger in München vor Gericht

München – Weil er einen Mann in der Münchner Innenstadt ermordet haben soll, muss sich ein 23-Jähriger ab Freitag (9 Uhr) vor dem Landgericht München I verantworten.

Ein vermeintliches Handyvideo löste in München einen tödlichen Streit aus. (Symbolbild)
Ein vermeintliches Handyvideo löste in München einen tödlichen Streit aus. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Laut Staatsanwaltschaft hatte sich der Angeklagte im April 2019 an der gewaltsamen Auseinandersetzung zweier Gruppen junger Männer nahe dem Karlsplatz beteiligt.

Sie seien aneinandergeraten, weil einer der Kontrahenten der Meinung war, das spätere Opfer habe ihn gegen seinen Willen mit einem Smartphone gefilmt.

Der gebürtige Afghane soll das Opfer mit einem spitzen Gegenstand in den Oberkörper gestochen haben.

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Die schweren Verletzungen führten zwei Wochen später zum Tod in einem Krankenhaus. Einen Tag vor dem Tod des Opfers war der mutmaßliche Täter in Frankreich festgenommen worden. Die Anklage lautet auf Mord und gefährliche Körperverletzung.

Für das Verfahren sind sieben Verhandlungstage bis Ende Februar angesetzt.

Update 12 Uhr: Angeklagter gesteht Messerstiche

Im Prozess um einen tödlichen Streit wegen eines Handyvideos in der Münchner Innenstadt hat derAngeklagte gestanden, mit einem Messer auf sein Opfer eingestochen zu haben.

Der Kontrahent habe ihn allerdings zuvor mit Faustschlägen angegriffen, sagte der 23-Jährige am Freitag beim Verfahrensauftakt vor dem LandgerichtMünchen I.

Der 23-Jährige gab an, er habe kurz zuvor in einem Telefonat mit seiner Familie erfahren, dass sein Vater und sein Bruder in Afghanistan ums Leben gekommen seien. Danach habe er mehrere Bier und Ecstasy-Tabletten gekauft und konsumiert. Im Laufe der Auseinandersetzung habe das spätere Opfer ihm Faustschläge verpasst. Er sei von vier Männern umzingelt und mit Schlägen und Tritten traktiert worden. Daraufhin habe er ein Klappmesser gezogen. Wie schwer die Verletzungen seines Kontrahenten waren, habe er nicht gemerkt. Laut Anklage stach er zweimal in den Oberkörper des Mannes.

Das Opfer schleppte sich nach dem Angriff zu einem nahen Elektromarkt und brach zusammen.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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