Mordprozess ohne Leichen: Stiefvater wegen Totschlags an Mutter und Tochter verurteilt

München - Die Suche nach der 41-jährigen Maria und ihrer 16-jährigen Tochter Tatiana hielt München im Sommer 2019 in Atem.

Die Bildkombo zeigt die 41-jährige Maria (l.) und deren 16-jährige Tochter Tatiana. Die beiden Frauen werden bereits seit dem 13. Juni 2019 vermisst. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Ehemann der Frau und Stiefvater des Mädchens sie getötet hat.
Die Bildkombo zeigt die 41-jährige Maria (l.) und deren 16-jährige Tochter Tatiana. Die beiden Frauen werden bereits seit dem 13. Juni 2019 vermisst. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Ehemann der Frau und Stiefvater des Mädchens sie getötet hat.  © Polizeipräsidium München/dpa

Auch wenn ihre Leichen nie gefunden wurden, steht der Ehemann der Frau und Stiefvater des Mädchens inzwischen wegen Mordes vor Gericht.

Am heutigen Dienstag (13 Uhr) wird das Urteil gegen den 46-Jährigen am Landgericht München I erwartet. Es geht um Totschlag und Mord.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seine Ehefrau im Juli 2019 im Streit getötet und danach seine Stieftochter ermordet zu haben, um die vorherige Tat zu verdecken.

Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für den angeklagten Deutsch-Russen. Außerdem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden.

Der Angeklagte hat vor Gericht bestritten, mit dem Verschwinden seiner Frau und seiner Stieftochter etwas zu tun zu haben und forderte - wie auch sein Verteidiger - Freispruch.

Update 13.40 Uhr: Stiefvater wegen Totschlags an Mutter und Tochter verurteilt

Im Prozess um das Verschwinden einer Mutter aus München und ihrer 16-jährigen Tochter ist der Ehemann der Frau wegen Totschlags in zwei Fällen zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Totschlags und Mordes, eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert.

Die Suche nach den Beiden hatte München im Sommer 2019 in Atem gehalten. Ihre Leichen wurden bislang nicht gefunden, der Angeklagte hat die Vorwürfe bestritten und einen Freispruch für sich selbst gefordert.

Das Gericht aber entschied am Dienstag: "Nach der Beweisaufnahme sind wir überzeugt, dass die beiden Frauen tot sind." Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos entgegen.

Titelfoto: Polizeipräsidium München/dpa

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