Doping-Skandal: Mediziner Mark S. nennt bei Vernehmung Namen von Sportlern

München - Der des jahrelangen Blutdopings verdächtigte Arzt Mark S. hat nach seiner Verhaftung den österreichischen Ermittlern Informationen und Tipps zu weiteren möglichen Dopern gegeben.

Der Angeklagte (r.) steht beim Beginn des Prozess gegen ihn wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittel- und Dopinggesetze mit seinem Anwalt Juri Goldstein zusammen.
Der Angeklagte (r.) steht beim Beginn des Prozess gegen ihn wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittel- und Dopinggesetze mit seinem Anwalt Juri Goldstein zusammen.  © Peter Kneffel/dpa

Das sagte Franz Schwarzenbacher, Chefermittler des Bundeskriminalamts in Wien, am Mittwoch bei seiner Zeugenvernehmung im Prozess vor dem Landgericht München II. Schwarzenbacher war bei den Verhören des Erfurter Mediziners teilweise dabei. 

Dieser habe Aussagen gemacht, "die uns weitergeführt haben", sagte Schwarzenbacher. "Es waren Namen dabei, die uns vorher nicht bekannt waren."

In der "Operation Aderlass", bei der durch eine Razzia im Februar 2019 in Seefeld und in Erfurt das Netzwerk von Mark S. aufgeflogen war, kam es in Österreich bereits zu Strafprozessen gegen Sportler samt Verurteilungen. 

Schwarzenbacher hatte den Eingriff während der nordischen Ski-WM am 27. Februar 2019 koordiniert.

Der Ermittler war auch bei den ersten Verhören der Mitangeklagten Diana S. dabei, die in Seefeld verhaftet worden und dann erst später ausgeliefert worden war. Auch die Krankenschwester habe den Behörden dabei mit ihrem Wissen weitergeholfen. Die Aussagen waren "auf alle Fälle von Nutzen. Es waren präzise Angaben", sagte Schwarzenbacher.

Mark S. und seinen Komplizen werden von der Staatsanwaltschaft fast 150 Dopingvergehen vorgeworfen. Die Anwälte des 42-Jährigen planen, in der nächsten Woche eine Erklärung vorzulesen.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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