Junge (5) verklagt Heilpraktikerin auf Schmerzensgeld, weil seine Mutter starb

München - Das Oberlandesgericht (OLG) München befasst sich am Donnerstag (13.00 Uhr) mit einer Schmerzensgeldklage gegen eine Heilpraktikerin. 

Blick in einen Schrank auf Fläschchen mit homöopathischen Mitteln in der Praxis einer Heilpraktikerin. (Symbolbild)
Blick in einen Schrank auf Fläschchen mit homöopathischen Mitteln in der Praxis einer Heilpraktikerin. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Kläger ist ein fünf Jahre alter Junge, dessen Mutter an Krebs starb. 

Sie soll auf eine schulmedizinische Behandlung verzichtet haben, weil die Heilpraktikerin ihr dazu geraten habe. 

Der Vater des Jungen fordert für das Kind insgesamt 170.000 Euro. 

Die Heilpraktikerin gibt an, es sei die freie Entscheidung der Mutter gewesen, auf die schulmedizinische Behandlung zu verzichten. 

Das Landgericht Passau hatte die Klage abgewiesen, dagegen legte der Kläger Berufung ein.

Update 18 Uhr: Fall "noch nicht entscheidungsreif"

Das Gericht entschied am Donnerstag, der Fall sei "noch nicht entscheidungsreif". Der Vorsitzende Richter Thomas Steiner sprach eindringlich auf die Parteien ein, über einen Vergleich nachzudenken. Sollte der nicht zustande kommen, würde der Prozess sehr langwierig. 

Beispielsweise müsse ein onkologischer Gynäkologe zu der Frage gehört werden, ob die Frau auch gestorben wäre, wenn sie die Strahlentherapie nicht abgebrochen hätte.

Auch "im Sinne einer Befriedung" wünsche er dem Kläger, dass der Streit nun, fünf Jahre nach dem Tod der Frau, beigelegt werden könne. "Sie führen einen Krieg", sagte Steiner.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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