Grausame Vorwürfe: Polizist wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

München - Ein Polizist aus dem Münchner Umland steht von Montag (9.30 Uhr) an wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen sowie sexueller Nötigung vor Gericht. 

Dem Polizisten wird Kindesmissbrauch und sexuelle Nötigung vorgeworfen. (Symbolbild)
Dem Polizisten wird Kindesmissbrauch und sexuelle Nötigung vorgeworfen. (Symbolbild)  © Frank Leonhardt dpa/lby

Er soll sich laut Staatsanwaltschaft vor allem in seiner Funktion als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an Buben vergangen haben - unter anderem auf einem Segelboot auf dem Starnberger See.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen im vergangenen Jahr durch eine Anzeige, die einen mehr als 15 Jahre zurückliegenden Missbrauchsfall betraf. 

Fast zeitgleich wandte sich nach damaligen Angaben des Landeskriminalamtes ein Vater an die Polizei: Sein Sohn habe während eines Schülerpraktikums bei der Polizei einen Beamten kennengelernt, der dem Sohn nach dem Praktikum pornografische Fotos und Filme geschickt habe. Der Polizeibeamte ist auch wegen Besitzes von Kinderpornografie angeklagt.

Ursprünglich sollte der Prozess im März - kurz vor dem Corona-Lockdown - beginnen. Er wurde aber abgesetzt. Nun hat das Landgericht München II bis zum 19. Juni drei Verhandlungstage angesetzt.

Update 11.30 Uhr: Missbrauchs-Prozess gegen Polizisten: Verteidigung strebt Deal an

Der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen sowie sexueller Nötigung angeklagte Mann (r) sitzt vor Prozessbeginn im Landgericht auf seinem Platz und hält sich einen Ordner vor das Gesicht.
Der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen sowie sexueller Nötigung angeklagte Mann (r) sitzt vor Prozessbeginn im Landgericht auf seinem Platz und hält sich einen Ordner vor das Gesicht.  © Sven Hoppe/dpa

Im Prozess gegen einen Polizisten aus Tutzing wegen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen strebt die Verteidigung offenbar einen Deal an. 

Nach der Verlesung der Anklage beim Prozessauftakt am Montag vor dem Landgericht München II baten die drei Anwälte des 60-Jährigen um ein Rechtsgespräch. Der Prozess wurde dazu unterbrochen. Ziel eines solchen Gespräches ist es üblicherweise, eine Strafobergrenze zu benennen. Voraussetzung dafür ist in der Regel ein Geständnis des Angeklagten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich vor allem bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der freiwilligen Feuerwehr an Buben vergangen zu haben - unter anderem auf einem Segelboot auf dem Starnberger See. 

Außerdem fanden die Ermittler Kinderpornografie bei ihm.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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