Theaterchef Thomas Pekny bleibt nach Freispruch in Missbrauchs-Prozess im Amt

München - Theaterchef Thomas Pekny (69) wird nach seinem Freispruch vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs Intendant der Komödie im Bayerischen Hof bleiben.

Thomas Pekny (69) wird nach seinem Freispruch vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs Intendant der Komödie im Bayerischen Hof bleiben.
Thomas Pekny (69) wird nach seinem Freispruch vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs Intendant der Komödie im Bayerischen Hof bleiben.  © Peter Kneffel/dpa

Er werde "selbstverständlich seine Ämter weiterführen", teilte das Theater München nach der Verkündung des Urteils mit. "Das betrifft sowohl die Intendanz als auch die Geschäftsführung."

Das Landgericht München I hatte Pekny am Mittwoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Es habe kein Tatnachweis geführt werden können, sagte der Vorsitzende Richter Nikolaus Lantz.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und drei Monate Haft gefordert. Sie wirft dem 69-Jährigen vor, betrunkene Frauen auf dem Oktoberfest angesprochen und mit in die Proberäume seines Theaters genommen zu haben. Dort soll er sich in der Folge an den schlafenden Frauen vergangen und davon Videos und Fotos gemacht haben.

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Angeklagt waren drei Fälle, allerdings konnte nur bei einem die betroffene Frau gefunden werden.

Grundlage für die durchgeführten Ermittlungen waren zahlreiche Bilder und Videos verschiedener Frauen auf Peknys Handy. Bei einem der angeklagten Fälle hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer sogar eine Vergewaltigung gesehen.

Lantz betonte in seiner Begründung, der Freispruch für Pekny sei "eine knappe Geschichte" gewesen. Möglicherweise sei alles "so harmlos" gewesen, wie Pekny es gesagt habe. "Wenn nicht, dann haben Sie großes Glück gehabt."

Thema für Thomas Pekny noch nicht erledigt: Hinweise auf andere mögliche Opfer

Thomas Pekny (69) hatte die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs im Prozess zurückgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Thomas Pekny (69) hatte die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs im Prozess zurückgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  © Peter Kneffel/dpa

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt hat.

Pekny hatte die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs im Prozess zurückgewiesen. "Ich würde so etwas nie tun, ohne zuvor zu fragen", ließ er über seine Verteidigerin Eva Maria Krötz verlesen. Die Frauen seien einverstanden gewesen. Dies habe man nicht mit der für eine Verurteilung nötigen Sicherheit ausschließen können, befand das Gericht.

Erledigt ist das Thema für Pekny mit dem Freispruch allerdings womöglich noch nicht, was nicht nur an den Rechtsmitteln liegt, die die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil eingelegt hat.

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Seit Prozessbeginn waren bis Mittwoch Hinweise auf zwei weitere mögliche betroffene Frauen eingegangen. Schon nach dem ersten Verhandlungstag hatte sich eine Frau bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und Anzeige erstattet.

Zudem rief kurz vor dem Urteil ein Mann beim Vorsitzenden Richter an, der sagte, seine Frau könnte eine weitere Betroffene sein und wolle aussagen. Beide mutmaßlichen Fälle wurden im Gerichtsprozess aber nicht mehr berücksichtigt.

Die Komödie im Bayerischen Hof hatte Pekny von Anfang an den Rücken gestärkt. "Die Komödie im Bayerischen Hof steht voll hinter ihm", teilte das Theater vor Prozessbeginn mit. "Es gilt die Unschuldsvermutung."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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