Russischer Staatsterror? Prozess in München sorgt für Aufsehen

München - Vor einem halben Jahr führte das Urteil im "Tiergarten-Mord" zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Russland und Deutschland. Vor dem Oberlandesgericht München geht es nun um einen ganz ähnlichen Fall.

Dem Angeklagten wird in München unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. (Symbolbild)
Dem Angeklagten wird in München unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Der Russe Valid D. soll im Auftrag der amtierenden tschetschenischen Regierung den Mord an einem in Deutschland lebenden Oppositionellen und Kritiker des Putin-treuen tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow (45) vorbereitet haben.

Der zuständige Generalbundesanwalt wirft ihm unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und darüber hinaus auch Verstöße gegen das Waffengesetz vor. Der Fall in München ähnelt dem "Tiergarten-Mord" in Berlin.

Wegen der Erschießung eines Georgiers im August 2019 in der Parkanlage Kleiner Tiergarten war ein Russe Mitte Dezember des vergangenen Jahres letztlich zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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Im Urteil war von "Staatsterrorismus" die Rede: Nach Überzeugung der Richter handelte der 56-Jährige im Auftrag staatlicher russischer Stellen. Russland wies solche Vorwürfe zurück.

Dieses führte sogar zu diplomatischen Verwerfungen zwischen Deutschland und Russland. Beide Staaten wiesen jeweils mehrere Diplomaten des anderen Landes aus.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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