Hundertfacher sexueller Missbrauch: Jüngstes Opfer war erst fünf!

München/Seefeld - Jahrelanger, hundertfacher Missbrauch - und die jüngsten mutmaßlichen Opfer waren erst fünf Jahre alt.

Der Mann steht wegen über 700 Fälle des Missbrauchs vor Gericht. (Archiv)
Der Mann steht wegen über 700 Fälle des Missbrauchs vor Gericht. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

Vor dem Landgericht München II geht am Freitag ab 9.15 Uhr der Prozess gegen einen Großvater weiter, der seine beiden Stief-Enkel und deren Freunde über Jahre und in Hunderten Fällen massiv sexuell missbraucht haben soll (TAG24 berichtete).

Der 56-Jährige aus dem Landkreis Starnberg wird sich voraussichtlich zu den schweren Vorwürfen gegen ihn äußern. 

Zum Prozessauftakt am Mittwoch hatte er ausführlich zu seinen persönlichen Verhältnissen ausgesagt und unter anderem angegeben, als Heimkind selbst Opfer massiven sexuellen Missbrauchs geworden zu sein.

Hierzu äußerte sich der mutmaßliche Täter bereits zu Prozessauftakt: "Alles, was mir vorgeworfen wird, ist mir da passiert", sagte er. 

"Ich hab da keine Schmerzen gehabt. Ich hab halt gedacht, der hat mich lieb - fertig." In seiner Jugendzeit wollte er sich dann mehrmals das Leben nehmen: "Aber verreckt bin ich nicht."

Update 13 Uhr: Angeklagter in Prozess um Kindesmissbrauch kündigt Geständnis an

In einem Prozess um hundertfachen schweren sexuellen Missbrauch an kleinen Kindern hat der Angeklagte vor dem Landgericht München II ein Geständnis angekündigt. Der 56-Jährige werde sich zu den Praktiken äußern, die er mit den vier mutmaßlichen Opfern vollzogen habe, sagte seine Verteidigerin am Freitag. Für die Aussage schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus.

Kurz zuvor hatte der Mann die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft noch abgestritten. Die Anschuldigungen seien falsch oder für ihn unvorstellbar. Das Gericht entschied daraufhin, die auf Video aufgenommenen Aussagen der mutmaßlichen Opfer abzuspielen. Auch für diesen Teil schlossen die Richter die Öffentlichkeit aus.

Die Staatsanwaltschaft listet mehr als 700 Fälle auf. Demnach erlitten die Kinder heftige Schmerzen. Einen Jungen soll er nicht nur zu Hause und im Wald, sondern auch in einer Kirche missbraucht haben. Wenn sein Stiefenkel nicht mitmachen wollte, habe er ihm gedroht, das Lieblingskuscheltier wegzunehmen, ihn zwei Tage in sein Zimmer einzusperren oder seiner Mutter wehzutun.

Zum Prozessauftakt am Mittwoch hatte der Mann betont, er habe die Kinder nie zu etwas gezwungen. Auch Gewalt habe er ihnen nie angetan. Zudem berief er sich auf Erinnerungslücken. Aus Sicht seiner Anwältin bestehen Zweifel daran, ob er verhandlungsfähig ist. Wegen des grassierenden Coronavirus erschien der 56-Jährige mit Atemschutzmaske vor Gericht.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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